Stand: 11.09.2018 11:53 Uhr

Wie Tüftler den Diesel sauberer machen wollen

Ein paar Tonnen, einige Kanister, eine regalgroße geheimnisvolle Apparatur in einer Scheune in Ahrensbök (Kreis Ostholstein): Hier tüftelt ein kleines Team an einer großen Idee - sie wollen den Diesel sauberer machen. Die Nutzung des Kraftstoffs gilt als mitverantwortlich für schlechte Luft in vielen Städten. Die Industrie entwickelt immer neue technische Lösungen, um den Kraftstoff im Auto sauberer zu bekommen. In Ahrensbök haben sie einen anderen Ansatz: Sie wollen den Kraftstoff auf sauber trimmen, bevor er überhaupt ins Auto gelangt.

Herz ist ein selbst entwickelter Reaktor

"Mit relativ geringem Aufwand können wir den Diesel so verändern, dass er sauber wird", sagt Anton Ledwon. Er arbeitet für die Firma Heion, zu der das Team gehört. Gründer Andreas Heine ist von dem Ansatz überzeugt. "Es ist hier in eine Richtung geforscht worden, in der noch nie jemand nachgeguckt hat." Sie haben eine Methode entwickelt, die es ermöglicht, die chemischen Strukturen des Diesels zu verändern.

Das geht normalerweise nur mit sehr hohem Druck oder mit sehr hoher Temperatur. Bei den Tüftlern im Kreis Ostholstein geschieht das im selbst entwickelten und inzwischen patentgeschützten Reaktor. Mehr als vier Jahre haben sie an ihm geforscht, Teile der Anlage selbst gedreht und gefräst.

Sauberer Diesel aus Ahrensbök?

Energie aus chemischer Reaktion

"Der Reaktor hat die Aufgabe, zu einem bestimmten Zeitpunkt eine bestimmte Menge von Diesel und Wasser zusammenzubringen - unter ganz bestimmten Druck-Verhältnissen", sagt Ledwon. Dann erfolge die Synthese aus Diesel und Wasser - ebenfalls zu einem fest definierten Zeitpunkt.

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Nächstes Ziel: Serienreife

Regelmäßig füllen sie den so veränderten Diesel in einen alten Mercedes ohne Katalysator - und lassen eine Abgasuntersuchung machen. Die Ergebnisse machen sie zufrieden, der Trübungswert des Abgases durch Ruß ist deutlich besser als bei herkömmlichem Diesel. "Wir müssen jetzt den Nachweis bringen, dass das auch in größeren Einheiten und über einen längeren Zeitraum funktioniert", sagt Gründer Heine.

Dazu will das Team Kooperationen mit Industrie und Universitäten eingehen. Denn ihr Verfahren, so sagen sie, sei auch für andere Treibstoffe anwendbar und könne zum Beispiel den Flugverkehr sauberer machen.

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