Stand: 09.04.2020 15:14 Uhr  - Schleswig-Holstein Magazin

Wie Corona den Alltag umkrempelt

Corona beeinflusst derzeit das Leben aller Menschen weltweit. In einer Serie stellen wir Menschen vor, die uns erzählen, vor welchen Problemen und Herausforderungen sie gerade stehen.

Folge 2: Desinfektionsmittel-Tausch im Mondschein

Margitta und Heiko Godow leiten den familiengeführten AKA Pflegedienst in Eutin. Hier leben die Bewohner in ihren eigenen vier Wänden, bekommen aber dennoch Hilfe. Das Ehepaar spürt, wie sehr den älteren Menschen der soziale Kontakt fehlt. Die Pfleger kommen mit Masken - darunter sieht man nicht einmal das Lächeln. Dennoch: Die Beschaffung dieser Schutzausrüstung ist im Moment extrem wichtig, sagt Pflegedienstleiter Heiko Godow: "Ich habe noch nie in meiner beruflichen Tätigkeit irgendwann nachts auf dem Betriebshof eines Desinfektionsmittelherstellers gestanden und im Mondschein einige Kanister Desinfektionsmittel ausgetauscht", sagt er und muss angesichts der Absurdität des Ganzen doch schmunzeln. "Obwohl es erschütternd ist." Unter "Aufsicht" seiner Frau Margitta, einer ausgebildeten Hygienefachkraft, bastelt Heiko Godow auch Masken selbst. Ansonsten werden Pläne geschmiedet für alle möglichen Szenarien: Was tun, wenn sich die älteren Menschen hier im AKA mit dem Virus anstecken? Es sind schwierige und völlig ungewohnte Zeiten - sowohl für die Bewohner als auch für die Pflegedienste.

Folge 1: Angst und Einsamkeit

In der ersten Folge besuchen wir Emma Thomsen aus Alt Duvenstedt (Kreis Rendsburg-Eckernförde). Sie muss sich aktuell eigentlich auf das Abitur vorbereiten. Das klappt im Moment nicht so gut, denn Emma leidet unter einer Angststörung, die sie in der aktuellen Situation nicht mehr unter Kontrolle hat. "Man redet wirklich den ganzen Tag nur über Corona und gleichzeitig muss man sich aufs Lernen konzentrieren", beschreibt die Schülerin ihr Situation. Der 18-jährige Timocin Kutlualp aus Flensburg schreibt seine Abiturprüfung zwar erst im nächsten Jahr, doch auch sein Leben hat sich innerhalb kürzester Zeit komplett verändert. Gerade hat er seine Mutter verloren, sein Vater ist schon länger tot. Weil sie in einem Pflegeheim war, durfte er sie wegen des Coronavirus nicht mehr besuchen - und konnte sich nicht mehr von ihr verabschieden. Das macht ihm jetzt zu schaffen.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 08.04.2020 | 19:30 Uhr

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