Stand: 20.05.2020 19:14 Uhr

Wie Behörden in SH an Himmelfahrt kontrollieren wollen

Ein Polizeiwagen fährt über die Kiellinie © Picture Alliance Foto: Frank Molter
Die Polizei will am Himmelfahrtstag mehr Präsenz zeigen.

Himmelfahrt war auch in den Jahren ohne Corona ein Tag der speziellen Einsätze für die Ordnungskräfte: An manchen Orten eskalierten Bollerwagen-Touren. Dieses Jahr nun sind sie fast unmöglich - denn es gilt weiter das Kontaktverbot und das Abstandsgebot. Es dürfen sich höchstens die Angehörigen zweier Familien oder Wohngemeinschaften (Haushalte) treffen. Das schränkt auch den Tagestourismus an besonders beliebten Orten ein - die meisten Nordsee-Inseln, Büsum und St. Peter-Ording dürfen deshalb von Tagesgästen nicht betreten werden. Neue Regeln heißt also damit auch: Neue Aufgaben für die Polizei und Ordnungsämter.

460 zusätzliche Beamten im Einsatz

Die Polizei hat deshalb angekündigt, ihre Präsenz im ganzen Land insbesondere am Himmelfahrtstag zu erhöhen - 460 zusätzlich Beamten sollen eingesetzt werden. "Wir unterstützen die zuständigen Behörden bei der Überwachung der Auflagen und Beschränkungen von Land, Kreisen und kreisfreien Städten", erklärte Torge Stelck vom Landespolizeiamt. Auch an den touristischen Hotspots werde die Polizei die Einhaltung der Abstandsgebote prüfen und erforderlichenfalls einschreiten.

Polizei: Anzeige, Platzverweis oder Ingewahrsamnahme möglich

Die Polizei forderte dazu auf, auch am Himmelfahrtstag die geltenden Vorschriften zu beachten. Bollerwagentouren im Freundeskreis, exzessiver Alkoholkonsum und Gruppenansammlungen seien nicht möglich. "Bei entsprechenden Feststellungen wird die Polizei einschreiten und mit den gebotenen Maßnahmen agieren", sagte Stelck. "Dies kann auch Ordnungswidrigkeitenanzeigen, Platzverweise und sogar Ingewahrsamnahmen beinhalten."

Polizei und ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes kontrollieren eine Autofahrerin.  Foto: Carsten Rehder/dpa
Vor Büsum und St. Peter-Ording wollen Polizei und Ordnungsamt kontrollieren.
Kontrollstellen vor Büsum und SPO

Zuständig für die Kontrolle der Betretungsverbote an der Nordseeküste sind die Ordnungsämter und die Polizei. Sie richten ab Donnerstag Kontrollstellen ein - in Büsum, St. Peter-Ording und auf dem Weg zu den Nordsee-Inseln. Reisende müssen nachweisen können, dass sie in den Orten eine Unterkunft haben - also eine Buchungsbestätigung. Wer Freunde oder Familie besuchen möchte, sollte eine Ausweis-Kopie des Gastgebers dabei haben. Und im eigenen Kreis sind Ausflüge auch in die Badeorte weiterhin erlaubt. Husumer können also auf die nordfriesischen Inseln reisen, Heider auch nach Büsum. Tagestouren nach Helgoland sind voraussichtlich erst ab kommenden Montag möglich.

Ministerpräsident Günther bittet Bürger, sich an Regeln zu halten

Die Landesregierung appellierte an Schleswig-Holsteiner und Touristen, sich weiterhin an die Corona-Regeln zu halten. Die Infektionszahlen seien niedrig, Öffnungen daher möglich, sagte Ministerpräsident Günther, aber es sei nicht die Zeit eng beieinander zu feiern am Himmelfahrtstag. Es sei erlaubt Alkohol zu trinken, aber auch dann müsse man sich an Regeln halten. Das gelte auch für alle Gäste, die nun wieder als Touristen ins Land kommen dürfen. Die Schleswig-Holsteiner hätten sich in den vergangenen Wochen gut an die Vorgaben gehalten, daher seien die Infektionszahlen auch so gut.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 20.05.2020 | 17:00 Uhr

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