Schweine hängen nach der Tötung an einem Laufband im Zerlegebereich eines Schlachthofes. © picture alliance Foto: Ingo Wagner/dpa

Werkverträge in Schlachthöfen: SPD macht Druck

Stand: 12.11.2020 12:20 Uhr

Die SPD fordert eine Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen bei den Mitarbeitenden von Schlachthöfen und Zerlegebetrieben. Die Landesregierung solle sich in Berlin Gehör verschaffen, so die Fraktion.

"Symbolische Appelle und Pseudoverbesserungen nach den Skandalen der letzten Jahre haben doch ganz offenbar nicht gewirkt", kritisiert SPD-Bundesvize Serpil Midyatli. "Den Ausbeutern, den Tricksern in der Branche muss endlich wirksam gesetzlich begegnet werden, anstatt die Aufsichtsbehörden vor Ort in nicht gewinnbare Schlachten zu schicken." Eigentlich will die Große Koalition in Berlin ein Verbot von Werkverträgen auf den Weg bringen, doch der endgültige Beschluss wurde dort noch nicht gefasst. Die CDU will Ausnahmen - etwa für Wurstproduzenten, die zur Grillsaison Auftragsspitzen abfangen müssen. Die SPD befürchtet, dass die Pläne dadurch aufgeweicht werden könnten.

SPD spricht von Boykott

Die SPD-Fraktion in Schleswig-Holstein wirft der Union vor, die Pläne der Großen Koalition zu boykottieren - trotz Tausender Corona-Infektionen in Schlachthöfen und Zerlegebetrieben sowie massiven Verstößen gegen Arbeitsschutz und Hygienebestimmungen. Auf Antrag der SPD wird sich der Landtag in der kommenden Woche mit dem Thema befassen.

 

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 12.11.2020 | 13:00 Uhr

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