Stand: 26.11.2018 17:21 Uhr

Wenn ohne den Diesel nichts geht

Tagtäglich erlebt Jenny Baumgart, was es heißt, auf das Auto angewiesen zu sein. Sie wohnt in Altenholz bei Kiel und muss zur Arbeit einmal um die Förde rum - nach Wellingdorf. Die 20 Kilometer schafft sie mit ihrem alten Diesel-Auto in einer halben Stunde. Mit dem Bus dauert der Weg von Tür zu Tür dreimal so lang.

Ein Diesel-Pkw der Marke Volkswagen steht in einer Einfaht an einem Privathaus. © NDR

Pendler extrem: Diesel statt Bus und Bahn

Schleswig-Holstein Magazin -

Jenny Baumgart aus Altenholz ist auf ihr Diesel-Auto angewiesen: Sie fährt jeden Tag rund 20 Kilometer weit zur Arbeit. Den Weg mit dem ÖPNV zu bestreiten, kommt für sie nicht in Frage.

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Viele fühlen sich auf ihr Auto angewiesen

Das Problem kennen viele. Laut der aktuellen ADAC-Studie "Mobil auf dem Land" nutzen fast die Hälfte der Menschen in Deutschland den Öffentlichen Nahverkehr überhaupt nicht. Laut der Studie sind die Menschen in Schleswig-Holstein, gemeinsam mit den Menschen aus Rheinland-Pfalz, sogar am unzufriedensten mit dem Öffentlichen Nahverkehr in ihrer Region. 84 Prozent der Befragten fühlen sich auf ihr Auto angewiesen.

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Luftmessstation Kiel - Theodor-Heuss-Ring

Auf der Seite des Landes Schleswig-Holstein werden die stündlich aktualisierten Messdaten veröffentlicht, die die Luftmessstation Kiel am Theodor-Heuss-Ring misst. extern

Belastung mit Stickoxiden über dem Grenzwert

Für sie dürfte es ein Problem werden, wenn nun Fahrverbote für ältere Diesel-Autos kommen. In Kiel könnte das am Theodor-Heuss-Ring der Fall sein. Denn die Luft hier ist schmutzig. 56 Mikrogramm Stickoxide je Kubikmeter Luft wurden hier im Jahresmittel 2017 gemessen. Der Grenzwert liegt bei 40 Mikrogramm. Das Umweltministerium Schleswig-Holstein will die Luft am Theodor-Heuss-Ring verbessern - mit einem Luftreinhalteplan. Erstellt werden soll der auf Grundlage zweier Gutachten. Und: Bis zum 17. Dezember schickt die Stadt Kiel dem Land Vorschläge für ein Maßnahmenpaket dazu.

Bessere Verknüpfung der Anschlüsse

Im Moment kommt der Öffentliche Nahverkehr für Jenny Baumgart nicht in Frage. Jedenfalls nicht mit den aktuellen Busfahrplänen, mit denen sie bis zu 90 Minuten für 20 Kilometer braucht. Man müsste die Anschlüsse so miteinander verknüpfen, dass man nie länger als fünf Minuten auf den Anschlussbus warten muss, schlägt sie vor. Dann würden Bus und Bahn für die Menschen in ländlicheren Gebieten vielleicht etwas attraktiver werden.

Weitere Informationen

Studie: Ohne Auto geht in MV nicht viel

26.11.2018 16:10 Uhr

Laut einer Studie des ADAC sind Bewohner ländlicher Gebiete in MV mit ihrer Mobilität weitgehend zufrieden. Allerdings hängt dies sehr stark von der Verfügbarkeit eines Autos ab. mehr

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 26.11.2018 | 19:30 Uhr

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