Stand: 12.03.2020 06:28 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Weitere Schulschließungen wegen Coronavirus

Die Auswirkungen des Coronavirus sind in Schleswig-Holstein immer deutlicher zu spüren. Große Veranstaltungen sind untersagt, Firmen gehen in Kurzarbeit, und auch einige Schulen bleiben geschlossen. Am Mittwochabend (11.3.) teilte die Stadt Flensburg mit, dass das Alte Gymnasium und die Auguste-Viktoria-Schule auf Anordnung des Gesundheitsamtes am Donnerstag (12.3.) geschlossen bleiben. Einem Sprecher der Stadt zufolge besteht der Verdacht, dass sich jemand aus der Schülerschaft mit dem Coronavirus infiziert hatte.

Nach einem Corona-Fall im Kreis Schleswig-Flensburg bleiben die Schulen und Kindergärten in Handewitt und Schafflund ebenfalls geschlossen - bis mindestens morgen. Das bestätigte der Bürgermeister. Erkrankt ist nach den bisherigen Informationen ein Erwachsener aus dem Umfeld einer Schule in Handewitt. Aus demselben Grund bleibt auch die Grund- und Gemeinschaftsschule in Schafflund nach eigenen Angaben bis auf Weiteres geschlossen. Das Bildungsministerium untersagte am Mittwoch außerdem für das ganze Land Schulausflüge außerhalb Schleswig-Holsteins bis Ende des Schuljahres. Laut Gesundheitsministerium gibt es in Schleswig-Holstein zurzeit knapp 30 bestätigte Corona-Fälle.

Fünf neue Fälle in Lübeck

In Lübeck hat es am Mittwoch gleich fünf weitere Meldungen zu Corona-Infizierten gegeben. Nach Angaben der Stadt handelt es sich dabei um Rückkehrer aus Risikogebieten. Es gehe den Personen den Umständen entsprechend gut, eine Person sei bereits wieder gesund. Die anderen vier Betroffenen befinden sich derzeit in häuslicher Isolation und hatten wenig Kontakt zu anderen Menschen, sodass die Stadt vorerst nicht von einer Verbreitung ausgeht.

 

Coronavirus erreicht Kiel

In Kiel wurden am Mittwochmittag die ersten vier Corona-Fälle bestätigt. Entsprechende Labortests waren positiv. Laut Stadt handelt es sich um eine Ärztin am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in der Landeshauptstadt, einen Berufsschüler und eine Zollbeamtin. Die drei Erkrankten sind in den vergangenen Tagen aus Österreich zurückgekehrt, zwei waren in Ischgl. Sie befinden sich in häuslicher Quarantäne. Wie die Stadt Kiel mitteilte, ist ihr Zustand stabil. Eine weitere Frau erkrankte, nachdem sie auf der Artbeit Kontakt zu einer infizierten Person hatte. "Dank der professionellen und umsichtigen Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes und der Kliniken wird die Situation gut beherrscht", sagte Kiels Gesundheitsdezernent Gerwin Stöcken (SPD), der die Bürger Kiels zur Besonnenheit aufrief. Inzwischen wurde ein vierter Fall bekannt. Auch im Kreis Rendsburg-Eckernförde gibt es einen ersten Erkrankten. Dem 50-Jährigen ginge es den Umständen entsprechend gut. Außerdem wurde im Kreis Schleswig-Flensburg eine erste Virus-Infektion nachgewiesen. Für die Person wurde nach Kreisangaben eine Quarantäne angewiesen.

Kita in Rellingen nach Coronafall vorsorglich geschlossen

Schon am Dienstagabend waren in Schleswig-Holstein drei Coronavirus-Infektionen bestätigt worden. Nach Angaben des Landesgesundheitsministeriums in Kiel wurde in Rellingen (Kreis Pinneberg) ein Mann positiv auf das Coronavirus getestet. Er hat ein Kind, das in eine Kita geht. Die wurde nun vorsorglich geschlossen. Ob das Kind und auch seine Frau mit dem Virus infiziert sind, steht noch nicht fest.

Mann kehrte aus Risikogebiet zurück

Außerdem gibt es noch einen infizierten Mann in Tornesch. Seine Frau arbeitet in einer Schule. Die muss laut dem Kreis Pinneberg aber nicht komplett geschlossen werden. Lediglich Schüler aus zwei Klassen müssen zur Beobachtung zu Hause bleiben. Im dritten Fall handelt es sich um eine infizierte Person im Kreis Ostholstein. Sie war vor ein paar Tagen aus dem Urlaub in Südtirol zurückgekehrt und wurde anschließend positiv auf das Virus getestet. Die betroffenen Corona-Patienten befinden sich in häuslicher Isolation.

Weitere Informationen

Coronavirus: Landesregierung verbietet Großveranstaltungen

Schleswig-Holsteins Landesregierung untersagt Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Menschen. Das hat das Kabinett am Dienstag beschlossen. "Wir schützen damit Menschen", sagte Ministerpräsident Günther. mehr

Hamburger Ehepaar in Zweitwohnung in SH

Das Gesundheitsministerium hat zusätzlich bekannt gegeben, dass ein positiv auf das Coronavirus getestetes Ehepaar mit Erstwohnsitz Hamburg die Quarantäne-Zeit in seiner Zweitwohnung im Kreis Herzogtum Lauenburg verbringt. Dort wird den Angaben zufolge die Versorgung und Betreuung durch das Kreisgesundheitsamt sichergestellt.

Die Zahl der Sars-CoV-2-Infektionen insgesamt in Schleswig-Holstein variiert deshalb im Moment - je nach Lesart - zwischen 14 und 16.

Angesteckt im Flugzeug?

Am Montag (9. März) hatte der Kreis Plön gemeldet, dass sich zwei Personen infiziert haben. Sie befinden sich derzeit zusammen mit ihren Ehepartnern in häuslicher Isolation. Sie sollen in stabilem Zustand sein, so der Kreis. Ein Mann war aus dem Skiurlaub in Ischgl (Österreich) zurückgekehrt und hatte sich mit Symptomen bei seinem Hausarzt telefonisch gemeldet. Der weitere erkrankte Mann ist sehr wahrscheinlich auf einem Flug angesteckt worden, in dem ein nunmehr positiv getesteter Erkrankter mit an Bord war.

Erstes deutsches Corona-Todesopfer aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg

Wie am Montag (9. März) bekannt wurde, ist ein 59 Jahre alter Mann aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg nach einer Coronavirus-Infektion am Wochenende gestorben. Der Mann war zusammen mit seiner Frau vor einer Woche nach Ägypten eingereist. Am Morgen informierten laut Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) zwei Beamte der Polizeistation Lauenburg die vorzeitig zurückgekehrte Frau über den Tod ihres Mannes.

Neunter Infizierter aus Lübeck

Am Sonntag (8. März) hatte die Stadt Lübeck den neunten Fall in Schleswig-Holstein vermeldet. Betroffen sei eine Person, die an der Technischen Hochschule Lübeck studiert - und sich außerhalb Schleswig-Holsteins bei Reiserückkehrern aus Italien angesteckt habe. Die Person befinde sich bis auf weiteres in häuslicher Isolation. Eine stationäre Aufnahme in ein Krankenhaus sei aufgrund des derzeit stabilen Gesundheitszustandes nicht erforderlich. Der Krankheitsverlauf sei bisher leicht.

Eine vorübergehende Schließung der Hochschule sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht notwendig, hieß es weiter von der Stadt Lübeck. Die Person habe die Einrichtung lediglich besucht, um eine Prüfung abzulegen - und nicht zum regulären Vorlesungsbetrieb.

Achter Fall: Frau aus Elmshorn

Am Freitag (6. März) hatte der Kreis Pinneberg die achte Infektion bekannt gegeben. Betroffen sei eine Frau aus Elmshorn, die von einer Asien-Reise zurückgekehrt sei. Sie befinde sich bis auf weiteres in häuslicher Isolation. Eine stationäre Aufnahme in ein Krankenhaus sei aufgrund des derzeit stabilen Gesundheitszustandes nicht erforderlich. Der Krankheitsverlauf sei bisher leicht. Weitere Angaben machte der Kreis unter Hinweis auf den Persönlichkeitsschutz nicht.

Negativer Test

Am Donnerstag (5. März) war das Virus bei einer Person aus dem Kreis Segeberg und bei einer Frau aus dem Kreis Dithmarschen bekannt geworden. Beide befinden sich in häuslicher Quarantäne. Die infizierte Frau aus dem Kreis Dithmarschen arbeitet als Kinderkrankenschwester im Westküstenklinikum in Heide. Bei allen 14 Kontaktpersonen, die auf das Coronavirus getestet wurden, verlief der Test negativ, wie der Kreis Dithmarschen am Freitag mitteilte.

Zwei Mitarbeiter des UKEs infiziert

Am Dienstag (3. März) war die Infektion einer Frau aus Ammersbek (Kreis Stormarn) festgestellt worden, die von einer Reise aus einem Risikogebiet zurückgekommen war. Ein Arzt aus Henstedt-Ulzburg (Kreis Segeberg) steht wegen seiner Coronavirus-Infektion unter häuslicher Quarantäne steht.

Infektionen in Nusse und Lübeck

Außerdem ist eine Frau aus Nusse (Kreis Herzogtum Lauenburg) und ein Mann aus Lübeck infiziert. Alle Infizierten aus Schleswig-Holstein haben einen stabilen Gesundheitszustand und befinden sich in häuslicher Quarantäne.

Zentrale Anlaufstellen geplant

Um das Testverfahren zu vereinfachen, will die Kassenärztliche Vereinigung nach eigenen Angaben landesweit sechs Anlaufstellen in Containern oder Zelten einrichten. Wo genau, ist noch nicht geklärt. Fest steht bislang nur, dass eine Anlaufstelle in Heide entstehen soll.

Inzwischen ist die erste von landesweit sechs speziellen Corona Testzentren am Westküstenklinikum in Heide in Betrieb genommen worden. Weitere soll es in Niebüll, Pinneberg, Lübeck, Neumünster und Kiel geben.

Weitere Informationen
NDR Info

Live-Ticker: MV Werften planen für Zeit nach Corona

NDR Info

Auf den MV Werften arbeiten die Ingenieure an einer neuen Kreuzfahrtschiff-Klasse für die Zeit nach Corona. In Braunschweig gibt es 13 Infizierte unter Spätaussiedlern. Mehr News im Live-Ticker. mehr

Zunächst beim Hausarzt anrufen

Das Virus löst ähnliche Symptome wie eine heftige Erkältung aus. Dazu gehören Husten, Schüttelfrost und Kopfschmerzen. Fieber ist ein wichtiger Indikator. Auch Durchfall kann auftreten. Das Gesundheitsministerium rät im Verdachtsfall nicht gleich ins Krankenhaus zu gehen, sondern sich telefonisch beim Hausarzt Rat zu holen. Zusätzlich hat der Kreis Segeberg eine Hotline geschaltet, die auch am Wochenende von 10 bis 16 Uhr erreichbar ist. Die Nummer lautet: (04551) 951 98 33.

Personen mit Atemwegserkrankungen, die zuvor in einem Risikogebiet waren oder Kontakt mit einem bestätigten Fall hatten, können sich an die Telefonnummer 116 117 der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) wenden - auch außerhalb der Sprechzeiten. Nur bei deutlichen Krankheitsbildern wird der Patient stationär aufgenommen. Die Gefahr, sich mit dem Virus angesteckt zu haben, besteht laut dem Virologen Thomas Lorentz vor allem dann, wenn man Kontakt mit einer Person hatte, die in einem Risikogebiet war - etwa im chinesischen Wuhan oder in Mailand in Italien.

Weitere Informationen

Coronavirus in SH: Videos, Infos, Hintergründe

Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 in Schleswig-Holstein steigt weiter an. Hier finden Sie Videos, Informationen und Hintergründe zu dem Thema. mehr

Coronavirus: Schleswig-Holsteiner stirbt in Ägypten

09.03.2020 12:00 Uhr

Der 59 Jahre alte Deutsche, der im ägyptischen Hurghada nach einer Coronavirus-Infektion am Wochenende gestorben ist, stammt aus Schleswig-Holstein. Der Mann hatte als Feuerwehrmann in Hamburg gearbeitet. mehr

Was Sie zum Coronavirus wissen müssen

09.03.2020 14:00 Uhr

Die Corona-Pandemie hat den Alltag massiv verändert. Die Ausbreitung hat sich aber verlangsamt. Was muss weiter beachtet werden? Was hat die Forschung ergeben? Fragen und Antworten zum Coronavirus. mehr

Coronavirus: Was Sie im Job beachten müssen

28.02.2020 06:41 Uhr

Welche Folgen hat Corona auf die Arbeit? Wann darf ich zu Hause bleiben? Wer bezahlt mein Gehalt, wenn ich in Quarantäne muss und wie funktioniert Kurzarbeit? Die wichtigsten Fragen und Antworten. mehr

NDR 1 Welle Nord

Coronavirus: Fragen und Antworten aus unserer Sendung

01.03.2020 18:00 Uhr
NDR 1 Welle Nord

Wie gefährlich ist das Coronavirus wirklich? Können Haustiere das Coronavirus übertragen? Viele Fragen haben uns erreicht. Experten beantworteten in unserer Sendung Zur Sache die wichtigsten. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 12.03.2020 | 06:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Schleswig-Holstein

02:45
Schleswig-Holstein Magazin
02:35
Schleswig-Holstein Magazin
02:31
Schleswig-Holstein Magazin