Stand: 20.01.2020 05:00 Uhr

Weiter Klinken putzen: Eltern kritisieren Kitaportal

Kinderrucksäcke hängen im Eingangsbereich in einem Kindergarten. © picture alliance/dpa-Zentralbild/dpa Foto: Monika Skolimowska
Bis Eltern einen Platz für ihre Kinder in einer Kita finden, ist es oft weiterhin ein Kampf.

Einfach auf die Seite gehen und schauen, welche Kita in meiner Gegend freie Plätze hat - so sollte es sein. Doch viele Eltern berichten, dass das Kitaportal des Landes Schleswig-Holstein häufig nicht funktioniere.

Landeselternvertretung: Daten oft nicht aktuell

Die Daten über freie Plätze seien oft nicht aktuell, kritisieren die Landeselternvertretung der Kitas in Schleswig Holstein und der Lübecker Verein Elterstimme. Am Ende müssten die Eltern doch wieder jede Kita anrufen. Weiterer Kritikpunkt: Auch die Kitas würden weiterhin eigene Wartelisten führen und ihre freien Plätze komplett ohne das Portal vergeben. Auch das sollte es eigentlich nicht mehr geben. "Das Portal gewährleistet, dass Kinder, die in mehreren Einrichtungen parallel angemeldet werden, nur einmal als Bedarf erfasst werden. Das bringt auch für die Kommunen einen ganz wesentlichen Fortschritt bei der Ermittlung der tatsächlichen Bedarfe der Betreuungsplätze", hatte Familienminister Heiner Garg (FDP) einst gesagt.

Mutter: "Das geht an die Substanz"

"Man muss Klinken putzen und sämtliche Kitas abklappern, die hier in der Nähe sind. Am besten mit Kind - und auch an meinen freien Tagen. Das geht schon an die Substanz", schildert die angehende Bäckereifachfrau Laura-Christin Röhr. Die Alleinerziehende sucht einen Kitaplatz für Tochter Charlotte. Jede Woche muss sie derzeit Kitas besuchen, Anmeldebögen ausfüllen und nachhaken.

Ab 2020: Portal für Kitas Pflicht

Familienminister Garg kündigte zwar allgemein Verbesserungen am Vergabeverfahren an, wollte sich zur Kritik am Kitaportal selbst aber nicht äußern. Das Kitaportal gibt es seit 2016. Bisher konnten Kitas sich dort freiwillig eintragen. Die von der Landesregierung geplante Kita-Reform für 2020 sieht vor, dass die Teilnahme am Kita-Portal für alle Einrichtungen verpflichtend wird. Auch Tagespflegepersonen können sich über ihre Vermittlungsstellen registrieren lassen.

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Gummistiefel und Jacken an einer Kindergarten Garderobe. © picture alliance / dpa Foto: Christian Charisius

Garg will alle freien Kita-Plätze im Netz sehen

Im Zuge der Kita-Reform 2020 will Sozialminister Heiner Garg die Kita-Datenbank ausbauen. Die bislang freiwillige Teilnahme an dem Portal soll für Einrichtungen verpflichtend werden. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 20.01.2020 | 08:00 Uhr

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