Stand: 26.05.2020 15:10 Uhr

Wegen Corona: Rettungsschwimmer besonders vorbereitet

Der DRK-Aufsichtsturm der Wasserwacht auf dem Priwall in Lübeck © DRK in SH Foto: DRK in SH
Noch ist der Strand auf dem Lübecker Priwall ziemlich leer. Das wird sich im Sommer aber ändern. Wegen der Corona-Pandemie haben sich die Rettungsschwimmer besonders auf den Sommer vorbereitet.

Offizielle Badesaison in Schleswig-Holstein ist von Mitte Mai bis Mitte September. Deshalb sind inzwischen auch die ersten Wachstationen an den Badestränden von Nord- und Ostsee mit Rettungsschwimmern besetzt. Thieß O. Wolfhagen, DLRG-Landesgeschäftsführer, geht davon aus, dass die Strände in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Reisebeschränkungen sehr voll sein werden. Bis zum Juli sollen alle Wachstationen besetzt sein, die Bewerberlage sei gut.

Spezielle Konzepte für die Wachstationen

Für die Wachstationen wurden Hygienekonzepte erarbeitet und Schutzausrüstungen besorgt. Nach Angaben von Frederic Möß, Landesleiter der DRK-Wasserwacht, gab es ganz spezielle vorbereitende Maßnahmen: "Die Sanitätsrucksäcke wurden mit zusätzlichen Schutzmasken und -brillen ausgestattet, um im Notfall einen optimalen Schutz für die Einsatzkräfte sicherstellen zu können." Für akute Ernstfälle, wie Atem- oder Herzstills tände, nutzt die Wasserwacht schon seit Langem Beatmungsbeutel. "So haben wir uns auch schon vor Corona vor Infektionen geschützt", erklärt Frederic Möß. Ersthelfern, denen keine Beatmungshilfe zur Verfügung steht, wird derzeit empfohlen, im Falle eines Atemstillstandes sofort mit der Herzdruckmassage zu beginnen, aber keine Atemspende durchzuführen.

Unterbringung der Freiwilligen ist schwierig

Eine weitere Herausforderung für die Lebensretter war die Unterbringung der Rettungsschwimmer. Normalerweise werden sie laut DLRG in Mehrbettzimmern untergebracht - angesichts der Corona-Pandemie wird das momentan aber nicht gemacht. Nach Angaben von DLRG-Landesgeschäftsführer Thies O. Wolfhagen haben einige Strandbetreiber daher bereits zusätzliche Unterkünfte angemietet.

In Schleswig-Holstein besetzt die DLRG etwa 50 Stationen an Nord- und Ostsee. In der Hautpsaison sind etwa 450 ehrenamtliche Wasserretter im Einsatz. Die Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes sorgt an sieben Stränden mit rund 60 Rettungsschwimmer für sicheres Badevergnügen - etwa an der Kieler Förde oder auf dem Priwall in Lübeck-Travemünde.

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