Stand: 21.03.2019 18:31 Uhr

Wasserstrahl hilft Experten bei Bombenentschärfung

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Oliver Kinast vom Kampfmittelräumdienst setzte zum ersten Mal einen Hochdruck-Wasserstrahl für die Entschärfung ein.

Im geplanten Gewerbegebiet Dreikronen in Schwentinental bei Kiel ist am Donnerstag erneut eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft worden. Kurz nach 15 Uhr hatten die Experten vom Kampfmittelräumdienst ihre Arbeit begonnen. Nach etwa eineinhalb Stunden gaben sie Entwarnung. Normalerweise rechnen sie mit etwa einer Stunde pro Entschärfung. Diesmal war die Sache aber etwas kniffliger, denn der Zünder, der aus der Bombe rausguckt, war zum Teil abgerissen. "Da hatten wir keine Fläche mehr, um Werkzeuge anzusetzen", sagte Oliver Kinast vom Kampfmittelräumdienst.

"Mit Wasserstrahl Zünder rausfräsen"

Das Problem lösen sollte ein spezielles Gerät, das einen Hochdruck-Wasserstrahl erzeugt. Der Wasserstrahl ist so stark, dass sich damit auch Metall schneiden lässt. "Es kann mit einem Wasserstrahl den Zünder rausfräsen", sagte Kinast. "Heute war der erste scharfe Einsatz für diese Technik", fügte er hinzu.

Steuerung aus sicherer Entfernung

Der Kampfmittelräumdienst besitzt dieses 500.000 Euro teure Gerät schon länger, in der Praxis wurde es bisher aber noch nicht eingesetzt. Ein Vorteil: Die Entschärfer konnten diesmal aus sicherer Entfernung zur Bombe arbeiten, denn der scharfe Wasserstrahl wird per Fernbedienung gelenkt. Dank einer Kamera sahen sie genau, wie der Strahl den Zünder rausfräste. Diesen mussten sie im Anschluss noch aus dem Sprengkörper ziehen und kontrolliert sprengen.

Britische Bombe empfindlicher als amerikanische

Bei der Bombe handelte es sich um ein britisches 500-Pfund-Exemplar, das mit einem Heckzünder versehen war. Britische Weltkriegsbomben gelten als gefährlicher als beispielsweise amerikanische Blindgänger. Grund: Der Zünder bei einer britischen Bombe ist empfindlicher und eine eigene kleine Bombe für sich. Sie kann jeden Moment explodieren. Daher genügt es hier nicht, den Zünder aus dem Sprengkörper zu ziehen. Um ihn zu entschärfen, muss er - wie auch in diesem Fall - kontrolliert gesprengt werden. Es ist bereits die vierte Bombe, die in diesem Jahr in Schwentinental entschärft wurde. Experten vermuten hier allerdings noch weitere Blindgänger.

Rund 1.000 Anwohner und die Mitarbeiter von mehreren Betrieben hatten für die Zeit der Entschärfung ihre Häuser verlassen müssen. Bereits ab 14 Uhr wurden rund um den Fundort Straßen gesperrt. Die Bundesstraße 76 war diesmal nicht betroffen.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 21.03.2019 | 17:00 Uhr

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