Was aus den Träumen einer jungen Musikerin geworden ist

Sendedatum: 20.02.2021 19:30 Uhr

Sechs Jahre lang hat sie intensiv auf ihren Traum hingearbeitet, Singer-Songwriterin zu werden. Trotz erschwertem Start durch Corona gibt sie ihn nicht auf und bringt diesen Monat ihre erste CD raus.

von Naïs Baier

Katharina Schwerk hat Musikwissenschaften in Kiel, Popgesang in Lübeck und Songwriting in den USA und London studiert. Nach ihrer Rückkehr nach Lübeck Ende 2019 machte sie sich als Singer-Songwriterin selbstständig, wollte mit ihrer Soulstimme die Menschen bei Konzerten überzeugen. "Als freiberufliche Musikerin lebe ich natürlich hauptsächlich von Live-Auftritten, von Konzerten, die ich spielen kann", sagte sie im Frühjahr 2020. "Und das fällt alles mit einem Mal weg. Und wir wissen nicht, wie lange das so sein wird. Wir wissen nicht, wie lange wir ohne Arbeit sind." Die Corona-Krise traf die Musikerin hart: Bereits im April wusste sie nicht, wovon sie im Sommer leben soll.

Mit Kulturhilfen durchs erste Jahr

Sie schaffte es - unterstützt durch Kulturhilfen. Die Vorwerker Diakonie und Musikhochschule Lübeck sowie die von der Possehl-Stiftung geförderte Aktion "Kulturfunke" zahlten ihr Gage für kleine Auftritte und für Studioaufnahmen. "Im Sommer durfte man ja draußen spielen. Ich habe angefangen, Straßenmusik zu machen und viele kleine Open-Air-Konzerte, zum Beispiel vor Cafés in Lübeck, gegeben", erzählt Katharina Schwerk. Das Geld investierte sie direkt wieder in ihre Musik und nahm im August ein Mini-Album auf. Die sechs deutschen Lieder darauf hatte sie im Frühling während des ersten Lockdowns geschrieben, über zwischenmenschliche Beziehungen aller Art: zur Mutter, zu Liebespartnern, zu sich selbst. Über Crowdfunding sammelte sie Geld, um das Album nicht nur digital, sondern auch als CD anbieten zu können - und wurde positiv überrascht. "Das war super erfolgreich. Ich habe fast doppelt so viel wie geplant bekommen." Den Rest will sie dann in ihre nächste Aktion, ein weiteres Album, stecken.

Corona bringt Zeit-Luxus

Auch in diesem Lockdown macht Katharina Schwerk weiter. In ihrer kleinen Dachwohnung richtete sie sich ein Mini-Home-Studio ein. "Ich versuche Songs zu schreiben, ich verbringe relativ viel Zeit hier in diesem kleinen Eck und so entsteht eigentlich immer noch viel Musik und ich plane, was als nächstes kommt, wenn Corona vorbei ist", sagt sie. "Corona hatte auf jeden Fall auch Vorzüge: Sonst hätte ich nie die Zeit gehabt, in Ruhe Lieder zu schreiben. Das war ein Luxus." Am Osterwochenende steht auch endlich wieder ein Auftritt an. Als Stream, aber immerhin live auf Youtube. Gemeinsam mit ihren schleswig-holsteinischen Musiker-Kollegen Ilja Ruf und Michèl von Wussow singt sie dann unter anderem auch ihre eigenen Lieder von den Anfängen der Corona-Zeit.

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 20.02.2021 | 19:30 Uhr

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