Was Sie zum Ausbau der B5 südlich von Husum wissen müssen

Stand: 05.10.2020 06:23 Uhr

Rund 17.000 Autos sind pro Tag zwischen Tönning und Husum auf der B5 unterwegs. Deswegen soll die Bundesstraße auf dem rund 19 Kilometer langen Teilstück dreispurig ausgebaut werden.

von Jörn Schaar

Wer von Tönning nach Husum fährt und an der Einmündung Husum-Süd abbiegen möchte, der kennt das: Eine endlos lange Schlange von Autos kommt einem entgegen, wirklich gut einsehbar ist die Strecke wegen einer langgezogenen Rechtskurve nicht. Hinter dieser Kurve soll in den kommenden 3,5 Jahren eine kreuzungsfreie Anschlussstelle entstehen. Verzögerungs- und Beschleunigungsstreifen und eine Brücke sollen den Verkehrsfluss optimieren.

Sichtbare Bauarbeiten? Erst ab Frühjahr 2021

"Wir beginnen damit, zwischen der Kreisstraße 137 und der geplanten Anschlussstelle Wirtschaftswege zu errichten, damit die landwirtschaftlichen Felder weiter erreichbar sind", erklärt die Pressestelle des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr. "Dort bringen Bagger schon jetzt eine so genannte Auflast auf, damit der Boden sich setzt." Dieses Setzen werde voraussichtlich bis zum Frühjahr dauern, dann beginnen die Bauarbeiten an dem Wirtschaftsweg, sobald das Wetter es zulässt. "Voraussichtlich ab Sommer 2021 beginnen dann die Bauarbeiten an der Verbindung zwischen der K137 und der Anschlussstelle", heißt es vom LBV. "Auch hier wird zunächst eine Auflast aufgebracht und nach dem Setzvorgang wird die eigentliche Fahrbahn hergestellt." Danach sind noch Anpassungen an Versorgungsleitungen notwendig, bevor mit den Bauarbeiten des eigentlichen Knotenpunktes und dem dreistreifigen Ausbau der Bundesstraße begonnen werden kann.

Vorteile für Autofahrer

Die Visualisierung des Bauprojekts zeigt die B5 und das Kreuzungsbauwerk K40. © LBV SH
Blick entlang der B5 in Fahrtrichtung der Stadt Tönning auf das Kreuzungsbauwerk mit der K40 auf Höhe der Zufahrt.

Die Bundesstraße wird, ganz so, wie es jetzt schon zwischen Itzehoe und Wilster zu sehen ist, um einen Fahrstreifen erweitert. Je Fahrtrichtung steht dieser zusätzliche Fahrstreifen für ein bis zwei Kilometer zu Verfügung. Das reiche erfahrungsgemäß aus, um etwa LKW zu überholen. Weil die B5 nach dem Ausbau als Kraftfahrstraße eingestuft wird, dürfen auf ihr nur noch Fahrzeuge unterwegs sein, die schneller als 60 km/h fahren. Für den landwirtschaftlichen Verkehr und für Radfahrer werden 28 Kilometer Nebenstraßen zum Teil neu gebaut. Die meisten bestehenden Einmündungen in die B5 fallen weg, an drei neuen Anschlussstellen können Autofahrer künftig so ähnlich wie an der Autobahn auf die Bundesstraße auffahren. Die Planer des Landesbetriebs erhoffen sich dadurch weniger Verkehrsunfälle und einen besseren Verkehrsfluss.

Fünf Bauabschnitte

Die Strecke zwischen Tönning und Husum ist in fünf Bauabschnitte unterteilt, der am Anschluss Husum-Süd, Abschnitt Nummer 5, ist der kürzeste. Er reicht von der bestehenden Ausfahrt Husum-Süd bis zur Ausfahrt Rödemis/Mildstedt und ist knapp 1,2 Kilometer lang. Bauabschnitt Nummer 4 reicht von der geplanten neuen Anschlussstelle Husum-Süd bis Platenhörn. Auf der gut fünf Kilometer langen Strecke wird die B5 komplett neu gebaut, die alte Bundesstraße soll als Nebenstrecke für langsame Fahrzeuge und Radfahrer erhalten bleiben für Nebenstraßen und die Bahnlinie Husum-St. Peter-Ording werden insgesamt 5 Unterführungen gebaut, außerdem ist eine Fledermausbrücke geplant. Baurecht gibt es auf diesem Abschnitt noch nicht. Ebenso sind der Bauabschnitt 3 von Platenhörn bis Reimersbude und Abschnitt 2 von Reimersbude bis Rothenspieker noch in der Planung. Die Planungsunterlagen für die Abschnitte 2 und 4 sollen bis Ende dieses Jahres beim Amt für Planfeststellung eingereicht werden, die Unterlagen für Abschnitt 3 im Frühjahr 2021. Baurecht gibt es immerhin schon für den ersten Bauabschnitt von Tönning bis Rothenspieker. "Dieser Planfeststellungsbeschluss wird aber noch beklagt, drei Anwohner und eine Kommune haben Klage eingereicht", heißt es aus der LBV-Pressestelle. Die Verhandlung darüber soll im Dezember beginnen. Wann es eine Entscheidung dazu gibt, ist offen.

Wann alles fertig ist, kann man noch nicht sagen

Einen Zeitplan dafür wann die Arbeiten abgeschlossen sein werden, will noch niemand geben. Zu viele Unwägbarkeiten liegen noch auf dem Weg. Der Plan ist einigermaßen ehrgeizig: Rund 19 km teils neu gebaute Bundesstraße mit drei Fahrstreifen sollen entstehen, drei Anschlussstellen und 17 Über- und Unterführungen gehören dazu. Auch zu den Kosten gibt es bisher keine definitiven Angaben: Man gehe derzeit von mehr als 130 Millionen Euro Gesamtkosten aus, sagte die Leiterin des LBV-Geschäftsbereichs Neu-, Um- und Ausbau, Britta Lüth. "Wenn sich der Baubeginn durch Klagen oder Einwendungen verzögert, dürften die Kosten aber auch steigen." Weil es sich um eine Bundesstraße handelt, trägt der Bund den Großteil der Kosten.

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