Stand: 22.09.2020 19:27 Uhr

Warnstreiks in Kiel: Demonstranten bilden Menschenkette

Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst haben heute Schleswig-Holstein erreicht. Etwa 400 Beschäftigte der Stadtwerke Kiel, sowie des Städtischen Krankenhauses haben sich am Dienstagvormittag zu einer Kundgebung versammelt. Bei den Stadtwerken beteiligten sich rund 300 Mitarbeiter, wie ver.di-Bezirksgeschäftsführer Manuel Gellenthin sagte. "Das ist mehr als die Hälfte der Beschäftigten." Die Demonstranten machten sich in einer Menschenkette auf den Weg zum Städtischen Krankenhaus. Laut ver.di war sie etwa 700 Meter lang. Vor der Klinik gibt es eine Kundgebung.

Die Gewerkschaft will mit den Warnstreiks den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen, nachdem die zweite Tarifverhandlungsrunde am Wochenende kein Ergebnis gebracht hat. "Wir wollen in einer ersten Warnstreikrunde in dieser Woche deutlich machen, dass wir auch unter den schwierigen Rahmenbedingungen der Corona-Pandemie die Forderungen der Beschäftigten im öffentlichen Dienst klar darstellen können und werden", sagte Gellenthin.

VIDEO: Warnstreik in Kiel vor dem Städtischen Krankenhaus (1 Min)

Am Donnerstag zusätzlich Streiks in Schleswig

Am Mittwoch sind die rund 200 Service-Mitarbeiter der Klinik aufgerufen, zu streiken. Sie kümmern sich ums Essen, die Wäsche oder Krankentransporte und sind nicht im Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes.

Am Donnerstag machen der Gewerkschaft zufolge die Mitarbeiter im öffentlichen Dienst aus Kiel und Schleswig dann gemeinsame Sache. In Kiel sollen alle rund 5.000 städtischen Beschäftigten in den Warnstreik treten - das betrifft auch Mitarbeiter in den städtischen Kitas. Eltern müssen laut Gewerkschaft damit rechnen, dass es bei der Kinderbetreuung Probleme geben kann. In Schleswig sollen sich am Donnerstag unter anderem Bauhof-Mitarbeiter, Beschäftigte der städtischen Schwimmhalle, Mitarbeiter des Helios Klinikums und zivile Beschäftigte der Bundeswehr in Jagel an dem Warnstreik beteiligen. Um 11 Uhr soll es unter Einhaltung der Corona-Regeln eine Kundgebung auf den Königswiesen geben. Geplant ist, dass der ver.di-Bundesvorsitzende Frank Werneke vor Demonstranten spricht.

Aktionen auch außerhalb von SH geplant - beispielsweise in Hamburg

Auch außerhalb von Schleswig-Holstein hat ver.di Streiks angekündigt. In Hamburg sollen sie im öffentlichen Dienst am Donnerstag beginnen. Welche Branchen bestreikt werden, ist noch unklar - es könnte die Stadtreinigung treffen oder auch Kitas, Kliniken und den Hafen.

Forderung: 4,8 Prozent mehr Lohn

Ver.di fordert für die bundesweit rund 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten 4,8 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 150 Euro mehr pro Monat. Während der Arbeitnehmerseite eine Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten vorschwebt, soll der Vertrag nach Ansicht der Arbeitgeber bis in das Jahr 2023 gelten. Ein konkretes Angebot hatten die Arbeitgeber bei der zweiten Verhandlungsrunde am Wochenende in Potsdam nicht vorgelegt, weil aus ihrer Sicht erst die Verhandlungsrunden zu Krankenhäusern und Sparkassen abgeschlossen sein müssen.

In einem Monat gehen die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst in Potsdam weiter.

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AUDIO: Warnstreiks im öffentlichen Dienst in SH angekündigt (1 Min)

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 22.09.2020 | 08:00 Uhr

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