Gefällte Baumstämme liegen verschneit auf dem Boden nach einer illegalen Waldrodung in Quickborn. © NDR

Waldrodung in Quickborn offenbar "mehr ein Unglücksfall"

Stand: 11.01.2021 21:17 Uhr

In Quickborn wurde ein zwei Hektar großes Waldstück fälschlicherweise gerodet. Der Grundstückseigentümer, ein Immobilienunternehmen, will den Schaden nun offenbar durch Aufforstung überkompensieren.

Da staunten die Quickborner nicht schlecht, als zwischen Weihnachten und Silvester bei ihnen ein Stück Wald verschwand. Das Grundstück gehört der HCK Wohnimmobilien GmbH - und die hatte die Rodung aller Bäume auf dem zwei Hektar großen Areal beauftragt. Am Montag traf sich Quickborns Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) mit Unternehmenssprecher Volker Lemke. Der habe in Zusammenhang mit der Abholzung schwere Fehler eingeräumt. "Das Ergebnis aus dem Gespräch mit Herrn Lemke von der HCK ist ganz eindeutig, dass keine wirtschaftlichen Interessen zu einer Abholzung geführt haben. Ich glaube, es ist mehr ein Unglücksfall, der sehr bedauerlich ist", sagte Köppl. Das Wohnungsbauunternehmen habe diesen auch ausdrücklich bedauert.

Bürgermeister Köppl: "Es wird eine Aufforstung geben"

Die HCK will ihren Fehler laut Köppl wieder gutmachen. "Es wird eine Aufforstung geben. Und die Gespräche gehen in die Richtung, dass auch noch weitere Flächen, die im Eigentum der HCK sind, überprüft werden, ob die noch für eine weitere Aufforstung in Frage kommen, also eine Überkompensation erfolgt", sagte der Bürgermeister. Die Kosten will das Immobilienunternehmen laut Köppl alleine tragen.

Forstunternehmen soll Eigentümer falsch beraten haben

Der Bürgermeister vermutet, dass ein Forstunternehmen die Wohnungsbaugesellschaft falsch beraten hat. Diesem Verdacht will er nun weiter nachgehen. Die HCK hatte vergangene Woche gegenüber NDR Schleswig-Holstein erklärt, dass das Forstunternehmen festgestellt habe, dass alle Fichten auf dem Grundstück vom Borkenkäfer befallen worden seien. Daraufhin sei der Kahlschlag veranlasst worden.

Landesamt prüft mögliche rechtliche Schritte

Ein Irrtum, wie sich nach der Rodung herausstellte. Das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) bezeichnete den Kahlschlag als illegal und prüft mögliche rechtliche Schritte.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 11.01.2021 | 19:00 Uhr

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