Stand: 27.04.2020 12:35 Uhr

Vossloh darf Kieler Lokomotivwerk nach China verkaufen

Die Ungewissheit für die rund 500 Mitarbeiter des Kieler Lokomotivwerks von Vossloh hat ein Ende. Das Kartellamt hat, trotz Bedenken, seine Zustimmung zum Verkauf der Lokomotiv-Sparte nach China gegeben. Eine Tochterfirma der China Railway Rolling Stock Corporation (CRRC) übernimmt das Werk in Kiel. Der Bahntechnik-Konzern aus dem sauerländischen Werdohl hatte Ende August mit der CRRC-Tochter Zhuzhou einen Käufer für die Lok-Sparte mit rund 500 Beschäftigten gefunden. CRRC ist der größte Hersteller von Schienenfahrzeugen weltweit.

Keine Beeinträchtigung des Wettbewerbs

Nach eigenen Angaben hat das Kartellamt alle Besonderheiten, die mit der Übernahme durch ein chinesisches Staatsunternehmen verbunden sind gründlich geprüft. Insbesondere die "Gefahr von Niedrigpreis- und Dumpingstrategien" durch den chinesischen Konzern sei geprüft worden. Es sei auszuschließen, dass es zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Wettbewerbs in Europa kommen werde, erklärte Kartellamtschef Andreas Mundt.

Für Mitarbeiter soll sich nichts ändern

Die schnelle Entscheidung des Kartellamts überraschte den Verkehrstechnik-Konzern. Noch am Sonnabend habe das Kartellamt mitgeteilt, dass es vor Anfang Mai keine Entscheidung geben werde, so eine Vossloh-Sprecherin. Der Kaufpreis soll im niedrigen einstelligen Millionenbereich liegen. In dem Kieler Werk werden vor allem Rangierloks entwickelt und produziert. Im vergangenen Jahr hatte Vossloh mitgeteilt, dass sich für die Mitarbeiter erstmal nichts ändern soll. Personelle Veränderungen seien durch den Verkauf nicht vorgesehen. Künftig will sich die Firma auf das Kerngeschäft der Bahninfrastruktur mit Weichen, Bahn-Schwellen und Signalanlagen konzentrieren.

Immer mehr chinesische Unternehmen in SH

Ähnlich große Übernahmen eines chinesischen Investors sind in Schleswig-Holstein bisher nicht die Regel. Ausnahme war der Lübecker Flughafen vor sechs Jahren. Schon länger sind chinesische Unternehmen mit kleineren Zweigstellen in Schleswig-Holstein vertreten: vom Spielzeughersteller bis hin zu Firmen der Medizintechnik. Die meisten haben sich in Neumünster niedergelassen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 27.04.2020 | 13:00 Uhr

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