Hinrich Niemann vom Spargelhof Niemann, deckt mithilfe eines Traktors die angehäufelten Spargelbeete auf seinem Feld in Wichtenbeck (Landkreis Uelzen) mit Folie ab. © picture-alliance Foto: Philipp Schulze

Vorbereitungen auf Spargelsaison laufen auf Hochtouren

Stand: 14.03.2021 06:00 Uhr

Wegen des Wetters rechnen die Spargelbauern mit dem ersten Spargel erst nach Ostern. In diesem Jahr können dafür voraussichtlich alle nötigen Erntehelfer anreisen - aber unter strengen Auflagen.

von Sabrina Santoro

Die ersten Saisonarbeitskräfte aus Polen und Rumänien hat Spargelbauer Andreas Löding bereits seit einer Woche bei sich auf dem Hof in Buchholz am See (Kreis Herzogtum Lauenburg). Bevor es richtig losgehen kann, müssen die Erntehelfer aber erstmal in eine 14-tägige Arbeitsquarantäne - so sehen es die Maßnahmen für Einreisende Arbeitskräfte aus dem Ausland vor. Konkret bedeutet das: Zwei mal die Woche müssen die Helfer auf Corona getestet werden. Das muss jedoch vor Ort geschehen, sie dürfen das Betriebsgelände dafür nicht verlassen. Andreas Löding fand dafür eine Nachbarin im Ort, die diese Tests vornehmen darf.

Grüner Spargel wächst auf einem Feld. © picture alliance/augenklick Foto: Bernhard Kunz
AUDIO: Spargelbauer bereiten Höfe für Erntehelfer vor (1 Min)

Maßnahmen erfordern deutlichen finanziellen Mehraufwand

Ein Mann vor dem Lödings Bauernhof. © NDR Foto: Katrin Bohlmann
Landwirt Andreas Löding bereitet schon jetzt alles für die kommende Spargelsaison vor.

Weitere Maßnahmen sehen vor, dass nur Gruppen von maximal fünf Personen zusammen wohnen und arbeiten dürfen. "Wir mussten dafür zusätzliche Sanitärräume schaffen, damit wir auch die Trennung zwischen den Teams gewährleisten können. Dieses Jahr haben wir auch zwei Container angeschafft, um auch Quarantäneräume zu haben, für den Fall, dass sich auch mal ein Mitarbeiter infiziert", erklärt Löding. Auch weitere Autos mussten auf den Hof, damit die Teams als Kohorte auf das Feld fahren können und die Autos nicht zwischen den Teams gewechselt werden. Insgesamt entstehe für Löding dadurch ein finanzieller Mehraufwand von mehreren Tausend Euro. Bei den rund 50 anderen Spargelbetrieben im Land sehe das nicht anders aus.

Voraussetzungen deutlich besser als vergangenes Jahr

Dennoch freut sich der Spargelbauer, dass sie in diesem Jahr überhaupt richtig ernten können. In Schleswig-Holstein werden rund 400 Hektar Spargel angebaut, dafür benötigen die Bauern laut Landwirschaftskammer Schleswig-Holstein rund 1.000 gelernte Erntehelfer. Das Sortieren, Logistik und Transport sowie der Verkauf sei da noch nicht einberechnet. Wegen der Pandemie konnten im vergangen Jahr erst sehr spät und nur wenige Erntehelfer aus dem Ausland einreisen. In diesem Jahr können sich Löding und seine Kollegen deutlich besser auf die Situation einstellen.

Kalte Temperaturen verzögern Spargelernte

Auch wenn es dieses Jahr gut aussieht für die Erntehelfer, rechnet Löding mit dem ersten Spargel erst nach Ostern. Zwar gab es schon die benötigten 12 Grad, damit der Spargel anfängt zu sprießen. Weil es aber nochmal deutlich kälter geworden ist, könnte das den Erntebeginn auf Anfang April verzögern. Bis dahin sollen dann auch die restlichen Erntehelfer bei Löding und seinen Kollegen angereist sein.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 14.03.2021 | 11:00 Uhr

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