Stand: 02.09.2019 12:43 Uhr

Von Sayn-Wittgenstein zieht sich aus AfD-Vorstand zurück

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Hat sich "bis auf weiteres" aus der AfD-Vorstandsarbeit in Schleswig-Holstein zurückgezogen: Doris von Sayn-Wittgenstein.

Die bisherige AfD-Landesvorsitzende in Schleswig-Holstein, Doris von Sayn-Wittgenstein, zieht nun doch Konsequenzen aus ihrem Rauswurf aus der Partei. Sie habe sich bis auf Weiteres aus der Vorstandsarbeit zurückgezogen, erklärte die 64-Jährige am Montag. Sie wolle damit "diktatorische und willkürliche Strafaktionen des Bundesvorstands" vermeiden. Das parteiinterne Bundesschiedsgericht der AfD hatte von Sayn-Wittgenstein in der vergangenen Woche wegen parteischädigenden Verhaltens aus der Partei ausgeschlossen. Ihr wird die Fördermitgliedschaft in einem rechtsextremen Verein vorgeworfen. Die 64-Jährige bezeichnete den Ausschluss anschließend als nicht rechtsstaatlich und kündigte an, vor einem ordentlichen Gericht dagegen klagen zu wollen.

Gauland: "Problem endlich gelöst"

Der Parteivorsitzende Alexander Gauland sagte am Montag in Berlin, der AfD-Landesvorstand in Schleswig-Holstein habe nun die Entscheidung des Bundesschiedsgerichts akzeptiert. "Da kann ich nur sagen, Gott sei Dank, damit wäre das Problem endlich gelöst", fügte Gauland hinzu. Noch am Freitag hatte der Landesvorstand erklärt, er betrachte von Sayn-Wittgenstein weiter als Landesvorsitzende - und war damit auf Konfrontationskurs zum Bundesvorstand der AfD gegangen.

64-Jährige legt Mandat nicht nieder

Sayn-Wittgenstein war Ende Juni auf einem Landesparteitag trotz des damals laufenden Parteiausschlussverfahrens wiedergewählt worden. Am Donnerstag bestätigte das Landesverfassungsgericht in Schleswig, dass ihr Ausschluss aus der AfD-Landtagsfraktion im Dezember rechtmäßig war. Sie gehört dem Parlament weiterhin als fraktionslose Abgeordnete an. Ein Niederlegen des Mandats lehnte von Sayn-Wittgenstein ab.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 02.09.2019 | 12:00 Uhr

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