Stand: 30.08.2019 15:51 Uhr

Vermisste aus Stadum: Ermittler unter Druck

Im Fall der verschwundenen Nathalie M. aus dem nordfriesischen Stadum stehen die Ermittler unter großem Druck. Seit Donnerstag sitzt ein 46-jähriger Mann aus Humptrup (Kreis Nordfriesland) wegen des Verdachts auf Totschlag in Untersuchungshaft. Dennoch sind viele Fragen offen. Der Tatverdacht ist dringend. Der Beschuldigte soll sich aber bisher nicht zu den Vorwürfen eingelassen haben. Nach Informationen von NDR Schleswig-Holstein gibt es keinen Ort, an dem sich Spuren körperlicher Gewalt feststellen lassen. Sicher sind sich die Ermittler jedoch, dass sich die 23-jährige Nathalie M. und der 46-Jährige aus Humptrup begegnet sind. Für eine mögliche Tat kommt offenbar nur ein kleines Zeitfenster in Frage. Nichts deutet laut Polizei darauf hin, dass die vermisste Frau ihr Zuhause für längere Zeit verlassen wollte. Bisher fehlt von der jungen Frau aber jede Spur, sodass sich ein Strafverfahren allein auf Indizien stützen müsste.

Polizei: Nathalie M. steckte in keiner Krisensituation

Das "Flensburger Tageblatt" zitierte den Stiefvater der jungen Frau. Er soll der Polizei offenbar gleich nach dem Verschwinden Nathalies einen Chatverlauf übergeben haben. Worum es in dem Chat ging, ist nicht bekannt. Die junge Frau soll nach Informationen von NDR Schleswig-Holstein in keiner bekannten Krisensituation gesteckt haben.

Spuren werden ausgewertet

Das Großaufgebot, das zwei Tage lang Haus und Grundstück des Tatverdächtigen in Humptrup durchkämmt hat, ist abgerückt. Eine Leiche wurde nicht gefunden. Aber viele Spuren müssen ausgewertet werden. Dabei geht es nach Angaben der Polizei auch um DNA-Analysen. "Wir ermitteln in alle Richtungen", sagte ein Polizeisprecher.

Polizei hält sich sehr bedeckt

Ob jetzt noch aktiv nach einer Leiche gesucht wird und ob der Tatverdächtige sich überhaupt geäußert hat - all das wollen die Ermittler nicht kommentieren, um ihre eigene Arbeit nicht zu stören. Keine Auskunft gibt es außerdem zu Gerüchten und Medienberichten über den zitierten Chatverlauf, über mögliche vorherige Vergehen des Verdächtigen oder sonstige Spekulationen. Bekannt ist nur, dass die 23-Jährige vor zwei Wochen in einem Bus in Schafflund gesehen wurde - 25 Kilometer von Humptrup entfernt.

Nathalie M. gilt seit dem 17. August als vermisst. Im Bereich Schafflund wurde die Krankenversicherungskarte und der Personalausweis der jungen Frau gefunden. Sofort danach begann die Öffentlichkeitsfahndung.

Weitere Informationen

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Nachrichten für Schleswig-Holstein | 30.08.2019 | 15:00 Uhr

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