Ministerpräsident Daniel Günther (links) und Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Verkehrsminister Andreas Scheuer zu Besuch am Nord-Ostsee-Kanal

Stand: 12.10.2020 17:19 Uhr

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat am Montag in Großkönigsförde das offizielle Startsignal für den Ausbau der Oststrecke gegeben - auch wenn die Bauarbeiten bereits seit Januar laufen.

Am Montag war der symbolische Spatenstich, der Corona-bedingt verschoben werden musste. Das rund 20 km lange Teilstück des Nord-Ostsee-Kanals zwischen Großkönigsförde (Kreis Rendsburg-Eckernförde) und Kiel-Holtenau gilt insbesondere für große Schiffe als Nadelöhr, deswegen wird der Kanal in den kommenden Jahren verbreitert - auf mindestens 70 Meter. Gemeinsam mit Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sprach Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) am Kanal über die anstehenden Investitionen.

VIDEO: Scheuer: "Ein Komplettpaket für den NOK" (1 Min)

2,6 Milliarden Euro für Investitionen

Scheuer betonte, wie wichtig der Kanal nicht nur für Schleswig-Holstein sondern ganz Deutschland sei: 125 Jahre alt und doppelt so viel Verkehr wie am Sueskanal. "Das sind Zahlen, die beeindrucken, aber sie helfen auch. Weil sie den Exportweltmeister Deutschland voranbringen und deswegen investieren wir hier in den nächsten Jahren 2,6 Milliarden Euro", sagte Scheuer. Das Geld soll unter anderem in die Schleusen in Brunsbüttel und Kiel-Holtenau fließen. Auch die Levensauer Hochbrücke bei Kiel wird damit finanziert.

Günther hofft auf zügige Bauarbeiten

Videos
Ministerpräsident Daniel Günther.
1 Min

Günther: "NOK hat große Priorität im Bund"

Ministerpräsident Daniel Günther freut sich über die Investitionen des Bundes in den Nord-Ostsee-Kanal und hofft auf zügige Bauarbeiten. 1 Min

Tatsächlich wurde der 1895 erbaute Kanal lange vernachlässigt, nun gibt es viel zu tun. "Man weiß ja, für große Bauprojekte brauchen wir lange Planungen. Nun können wir kräftig investieren", so Scheuer weiter. Ministerpräsident Daniel Günther sprach beim Termin mit Scheuer auch die inzwischen zehn Jahre dauernden Sanierungsarbeiten im Rendsburger Kanaltunnel an. Das, so Günther, sei eine enorme Belastung für die Region. Nun aber freue er sich über die beginnenden Bauarbeiten an der Oststrecke: "Es ist eine gute Zeit, die anbricht und wir sehen, dass der Bund erhebliche Gelder zur Verfügung stellt und, dass der NOK eine große Priorität im Bund hat. Jetzt hoffen wir, dass es so schnell geht, wie geplant."

DGB-Nord fordert mehr Engagement

Kritik kommt dagegen vom Deutschen Gewerkschaftsbund. DGB Nord Chef Uwe Polkaehn spricht von einer Showeinlage am Nord-Ostsee-Kanal und pocht auf ein höheres Tempo beim Ausbau. Der aktuelle Rückgang an Passagen solle genutzt werden, um bauliche Investitionen vorzuziehen und den Kanal schneller zu ertüchtigen, so Polkaehn. "Die norddeutsche Wirtschaft, die Häfen und mehrere zehntausend Arbeitsplätze im Land sind mittelbar oder unmittelbar davon abhängig, dass diese Hauptschlagader des Schiffsverkehrs funktioniert", meint der Gewerkschafter.

Weitere Informationen
Passagierschiff und Containerschiff begegnen sich auf dem Nord-Ostsee-Kanal © Touristische Arbeitsgemeinschaft NOK

Ausbau der NOK-Oststrecke kann starten

Am Dienstag ist der Vertrag für den Ausbau des ersten Abschnitts der sogenannten Oststrecke des Nord-Ostsee-Kanals unterzeichnet worden. Die ersten Arbeiten sollen im Januar beginnen. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 12.10.2020 | 17:00 Uhr

Nachrichten aus Schleswig-Holstein

Ein Polizist hält eine Kelle mit der Aufschrift "Halt Polizei" in der Hand. © picture alliance / dpa Foto: Bodo Marks

Kriminalität in SH wieder auf Niveau wie vor der Corona-Krise

Im Jahr 2020 hat es in SH weniger Einbrüche und Diebstähle gegeben. Dafür nahmen Cyberkriminalität und Telefon-Trickbetrug stark zu. mehr

Ein Mitarbeiter der Johanniter hält ein Teststäbchen in den Händen. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte

Corona: 163 neue Infektionen in SH

Seit Beginn der Pandemie sind in Schleswig-Holstein 5.877 Coronavirus-Infektionen nachgewiesen worden. Das sind 163 Fälle mehr als am Vortag. mehr

Urlauber sonnen sich am Strand vor dem Grand Hotel Seeschlösschen an der Ostsee in Timmendorfer Strand. © imago images Foto: Christian Ohde

Timmendorfer Strand: 35 Hotel-Mitarbeiter positiv getestet

35 Mitarbeiter des Grand Hotel Seeschlösschen in Timmendorfer Strand sind positiv auf das Corona-Virus getestet worden. mehr

Hinter Absperrband steht ein silbernes Auto sowie Rettungswagen mit Blaulicht und Polizisten. © NDR

Zwischenfall nach Anti-AfD-Demo: Staatsschutz ermittelt

Der Staatsschutz ermittelt nach einem Unfall am Rande einer Anti-AfD-Demo in Henstedt-Ulzburg. Vieles ist ungeklärt. mehr

Videos