Der Vorsitzende Richter Stephan Worpenberg (r) schaut zu dem Angeklagten © dpa-Bildfunk Foto: Frank Molter

Vergewaltigungsprozess gegen Bundeswehrsoldaten

Stand: 20.11.2020 20:33 Uhr

Vor dem Landgericht Kiel hat am Freitag ein Prozess wegen sexuellen Missbrauchs gegen einen Bundeswehrsoldaten begonnen. Die Tat ereignete sich laut Anklage auf dem Truppenübungsplatz in Todendorf (Kreis Plön).

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft geschah die Tat vor genau drei Jahren. Vorausgegangen waren eine Schießübung und ein anschließendes Trinkgelage. Der Bundeswehrsoldat soll dann in das Zimmer von zwei betrunkenen Kameradinnen gegangen sein. Eine hatte sich den Angaben zufolge zuvor erbrochen. Unter dem Vorwand, helfen zu wollen, sei der Bundeswehrsoldat hereingekommen. Laut Anklage soll Folgendes passiert sein: Der Soldat entblößte eine Frau und berührte sie mehrfach im Intimbereich. Die Frau stieß den Mann mit einem Bein beiseite. Dann vergewaltigte er die andere, schlafende Soldatin und, wie später festgestellt wurde, verletzte sie dabei. So schildert es die Staatsanwaltschaft.

Soldat bestreitet die Vorwürfe

Die Kameradinnen waren damals 18 und 22 Jahre alt. Sie kommen - wie auch der heute 32 Jahre alte Angeklagte - aus Mecklenburg-Vorpommern. Der Bundeswehrsoldat bestreitet die Vorwürfe. Er selbst meldete sich am Freitag nicht zu Wort, sondern ließ seinen Verteidiger sprechen. Vor Gericht faltete er immer wieder unruhig die Hände und zupfte am Hemdkragen. Der gelernte Speditionskaufmann ist immer noch bei der Bundeswehr und inzwischen verheiratet. Welchen Dienstgrad er hat, ob er vom Dienst suspendiert ist - darüber gibt es vor Gericht und bei der Bundeswehr keine Angaben.

Urteil fällt vermutlich im Februar

Auf Antrag des Verteidigers des Angeklagten und des Anwalts der beiden Frauen als Nebenklägerinnen beschloss das Gericht, die Erklärung und Vernehmung des Angeklagten und der beiden Frauen unter Ausschluss der Öffentlichkeit vorzunehmen. Insgesamt sind neun Verhandlungstage geplant. Das Urteil fällt möglicherweise erst im Februar kommenden Jahres.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 20.11.2020 | 12:00 Uhr

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