Stand: 05.05.2020 18:18 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Vergewaltigungsprozess: Überführt Fingerkuppe den Täter?

Einem 34 Jahre alten Mann aus Hamburg wird eine versuchte Vergewaltigung im vergangenen November in Ellerbek (Kreis Pinneberg) vorgeworfen. Die damals 23-Jährige wehrte sich und biss ihrem Angreifer eine Fingerkuppe ab. Am Dienstag startete am Amtsgericht Itzehoe der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter.

DNA-Abgleich führte zum Angeklagten

Am 3. November 2019 soll er das Opfer angegriffen, den Mund zugehalten und ihr in den Intimbereich gefasst haben. Die junge Frau, die als Au-pair in Deutschland war, war von der AKN-Haltestelle Schnelsen auf dem Weg zum Haus ihrer Gastfamilie. Sie wehrte sich und biss ihrem Angreifer eine Fingerkuppe ab. Diese fand die Polizei später am Tatort. Ein anonymer Hinweis führte die Ermittler damals zu dem 34-Jährigen. Der durchgeführte DNA Abgleich ergab, dass es sich tatsächlich um seine Fingerkuppe handelte.

Täter nahm HIV-Infizierung in Kauf

Wegen der aktuellen Corona-Bestimmungen betrat der Angeklagte am Dienstag den Saal mit Mund- und Nasenschutz und weißen Gummihandschuhen. Zu den Vorwürfen äußerte er sich nicht, schüttelte während der aufgezeichneten Video-Vernehmung des Opfers immer wieder den Kopf. Neben der versuchten Vergewaltigung muss er zu zudem dafür verantworten, in Kauf genommen zu haben, das Opfer mit HIV zu infizieren. Laut Staatsanwaltschaft sei der 34-Jährige positiv. Die junge Frau steckte sich durch den Biss nicht an.

Wann ein Urteil fällt, hängt unter anderem davon ab, wie über einen Befangenheitsantrag der Verteidigung gegenüber der Richterin entschieden wird. Bisher sind zwei weitere Verhandlungstermine angesetzt.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 05.05.2020 | 17:00 Uhr

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