Eine Polizeiabsperrung mit mehreren Polizeiautos im Hintergrund. © picture alliance / CHROMORANGE | Udo Herrmann Foto: Udo Herrmann

Verbotene Waren in den Iran ausgeführt? Unternehmer festgenommen

Stand: 14.09.2021 16:31 Uhr

Bei einer Großrazzia in Norderstedt (Kreis Segeberg) hat die Bundesanwaltschaft einen deutsch-iranischen Unternehmer festnehmen lassen. Der Mann soll verbotene Waren in den Iran ausgeführt haben.

Die exportierten Güter waren laut Bundesanwaltschaft für das iranische Nuklear- und Raketenprogramm bestimmt. Nach Informationen von NDR Schleswig-Holstein fand die Razzia am Dienstagvormittag in Norderstedt statt. Der Festgenommene ist demnach 54 Jahre alt und hat in Norderstedt seine Wohn- und Firmenanschrift.

Laborausrüstung für iranisches Atomprogramm

Bei den verbotenen Produkten handelt es sich nach Angaben der Bundesanwaltschaft um Laborausrüstung, die für das iranische Atomprogramm bestimmt war. Der Mann soll Waren mit einem Gesamtwert von rund 1,1 Millionen Euro in den Iran geliefert haben. Er soll dabei Kontakte zu einem Iraner gehabt haben, dessen Firma unter einem EU-Embargo steht.

Verstoß gegen Außenwirtschaftsgesetz

Dem Festgenommenen werden nun Verstöße gegen das Außenwirtschaftsgesetz vorgeworfen. Er sollte noch am Dienstag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden. Die Bundesanwaltschaft ließ heute insgesamt elf Wohn- und Geschäftsräume in Schleswig-Holstein, Hamburg und Nordrhein-Westfalen durchsuchen. Zwei weitere Tatverdächtige seien auf freiem Fuß, hieß es.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 14.09.2021 | 17:00 Uhr

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