Urlaub in Schleswig-Holstein teurer als bisher

Stand: 07.07.2021 17:31 Uhr

Der Urlaub in Schleswig-Holstein ist in diesem Sommer teurer als in den Vorjahren: Mehrere Hotels in beliebten Ferienorten an Nord- und Ostsee haben die Zimmerpreise erhöht.

Recherchen von NDR Schleswig-Holstein zeigen, dass Urlauber mehr für ihre Unterkunft zahlen müssen als bisher - die Preiserhöhungen variieren dabei von Ort zu Ort, von Betrieb zu Betrieb. Ein einheitliches Bild lässt sich schwer zeichnen, da die Tourismus-Agenturen nach eigenen Angaben keine umfassenden Daten liefern. Stichproben bei vereinzelten Hotels im Land haben allerdings eine Steigerung um fünf bis zehn Prozent ergeben, in St. Peter-Ording sogar bis zu 30 Prozent. Grund ist laut dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Schleswig-Holstein e.V. (Dehoga) die höhere Belastung durch die Corona-Vorschriften.

Dehoga: Es muss mehr geleistet werden, und das kostet

Dirk Erdmann, Dehoga-Vorsitzender des Bezirksverbands Sylt, weiß um die erhöhten Preise und spricht sich dafür aus. "Ich halte das für völlig angebracht, weil der Mehraufwand einfach da ist", sagt Erdmann, "und die Hygienevorschriften sind strenger, wir müssen einfach mehr machen." Beim Ein-und Auschecken sei mehr zu tun - Kontaktdatenerfassung, Testkontrolle, Desinfektion - und das koste Zeit und Mühe, so der Verbandschef. "Das muss ja über mehr Stunden geleistet werden, und die müssen ja anständig bezahlt werden. Und deswegen, glaube ich, ist das gerechtfertigt." Ein Hotelbesitzer sagte auf Nachfrage, dass die Zeiten der Dumpingpreise, Schnäppchen und des Billig-Urlaubs an der Küste wohl endgültig vorbei sei: "Qualität hat eben ihren Preis."

Weniger Strandkörbe, weniger Gäste - weniger Einnahmen

In Timmendorfer Strand (Kreis Ostholstein) zum Beispiel fallen die Corona-Regeln auch dadurch auf, dass weniger Strandkörbe als in den letzten Jahren stehen. Die Einbußen, die sich dadurch ergeben, merkt Strandkorbvermieter Marcus Bade deutlich: Er vermietet dort seit knapp zehn Jahren Strandkörbe, wegen der geltenden Auflagen darf er in dieser Saison jedoch nur 40 Prozent seiner Gäste empfangen. "An den Wochenenden geht es oftmals gar nicht ohne Sicherheitsdienst, die Leute halten sich nämlich nicht immer an die Regeln", sagt Bade, "und das kostet auch Geld." Mehr Personal bedeutet mehr Kosten, die Preise in diesem Jahr hat Bade um 15 Prozent angepasst.

Auch im Restaurant wird es teurer

Preiserhöhungen zeigen sich auch in der Gastronomie an Nord- und Ostsee. Der Grund liegt hier laut einem Dehoga-Sprecher vor allem bei den gestiegenen Lebensmittelpreisen. Das merken auch Eisfreunde: In manchen Eisdielen sind die Kugeln sogar 50 Cent teurer als im Vorjahr. In den Restaurants fällt besonders die Abstandsregel ins Gewicht - es können weniger Gäste dort gleichzeitig essen, das bedeutet also weniger Umsatz. So etwas müsse an anderer Stelle aufgefangen werden, sagt Helga Herbers, Hotelbetreiberin in St. Peter-Ording. "Die Zimmerpreise haben wir gelassen, Kosten für Hygienemaßnahmen bleiben beim Betrieb", erklärt sie, "die Speisekarte haben wir neu gestaltet, neu kalkuliert - da müssen wir was an den Gast weitergeben, weil's sonst nicht anders geht."

Urlauber machen die Preiserhöhung mit

Ein Dehoga-Sprecher vom Kreisverband Nordfriesland berichtet aber auch von Hoteliers und Restaurantbesitzern, die die Preise bis zu 20 Prozent erhöht hätten - da würden wohl Angebot und Nachfrage darüber entscheiden, ob diese Preise auf Dauer so bleiben. Bislang machen die meisten Gäste die Preiserhöhungen offenbar aber mit: Die Urlaubsorte an Nord-und Ostsee sind derzeit so gut wie ausgebucht. Strandkorbvermieter Marcus Bade meint, auch das habe mit den Corona-Auflagen zu tun. Weniger Menschen bedeute auch mehr Platz, durch den größeren Abstand würden sich viele sicherer fühlen - und seien dadurch auch bereit, mehr zu zahlen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 07.07.2021 | 18:00 Uhr

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