Der Unternehmer Michael Otto hält eine Rede.

Unternehmer Michael Otto erhält Weltwirtschaftlichen Preis

Stand: 05.09.2021 16:34 Uhr

In Kiel ist zum 16. Mal der Weltwirtschaftliche Preis verliehen worden. Helmut Schmidt und Michael Gorbatschow haben ihn schon bekommen. In diesem Jahr ist Unternehmer Michael Otto ausgezeichnet worden.

Das Institut für Weltwirtschaft (IfW), die Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie die Stadt Kiel würdigten den Unternehmer für seine herausragenden Leistungen auf dem Gebiet des Umwelt-, Klima- und Naturschutzes. Seit mehr als 35 Jahren gehe es in seinem Unternehmen nicht nur darum, Gewinne zu maximieren, sondern auch um Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Das seien für Michael Otto keine Gegenteile. Der Hanseat habe das 1949 gegründete Familienunternehmen zum Versandhandelsimperium ausgebaut und eine Umweltstiftung gegründet. "Es gibt im Norden Deutschlands keine andere große Unternehmerpersönlichkeit wie Sie, die sich so früh und auch so konsequent für das Thema Nachhaltigkeit interessierte", sagte der Präsident des IfW, Gabriel Felbermayr, in seiner Laudatio am Sonntag in Kiel. Überreicht wurde der Preis vor 130 Gästen.

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Unternehmen hat keine Tropenhölzer und giftige Lacke im Sortiment

Von Unternehmerkollegen "auch schon einmal als 'Ökospinner' tituliert", habe es Otto gleichwohl geschafft, aus seinem Unternehmen den weltweit fünftgrößten Internethändler zu machen. Tropenhölzer, giftige Lacke, ozonvernichtende Sprays hat er aus dem Sortiment gestrichen, Baumwollprodukte aus nachhaltigem Anbau aufgenommen. Mülltrennung gab es in seiner Firma schon, als an den Grünen Punkt noch gar nicht zu denken war. Die sanitären Anlagen ließ er auf Regenwasser umstellen. Die Auszeichnung sei für Michael Otto eine Ermutigung, sich weiter zu engagieren. "Wir gehen weiter. Bis 2025 wollen wir in den 80 größten Städten in Deutschland nur noch elektrisch zustellen. Entweder über Kraftfahrzeuge oder über Elektroräder. 2030 wollen wir insgesamt klimaneutral sein", sagte Otto nach seiner Auszeichnung.

Preisträger zeichnen sich durch Verdienste für den Klimaschutz aus

Es gab noch zwei weitere Preisträger. Die waren aber wegen der Corona-Pandemie nur online dabei: Göran Persson, ehemaliger Ministerpräsident von Schweden und Xuemei Bai. Sie ist Professorin für Stadtentwicklung an einer Universität im australischen Canberra. Alle Preisträger hätten sich besondere Verdienste um nachhaltiges Wirtschaften und Zusammenleben im Sinne des Klimaschutzes erworben, sagte Felbermayr.

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Schleswig-Holstein Magazin | 05.09.2021 | 19:30 Uhr

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