Stand: 17.09.2020 05:00 Uhr

Jahrmarkt in Corona-Zeiten: So läuft es in Flensburg

Riesenrad auf dem Jahrmakt in Flensburg auf die Exe. © NDR Foto: Simone Steinhardt
Auch in den Fahrgeschäften sind Abstand und Masken Pflicht.

Rund eine Stunde lang standen die Besucher geduldig in der Schlange - um zum ersten Jahrmarkt unter Corona-Bedingungen in Flensburg auf die Exe gelassen zu werden. "Mit so einem großen Zuspruch hatten wir überhaupt nicht gerechnet", freut sich Stadtsprecher Christian Reimer. seit dem 11. September läuft einer der größten Jahrmärkte in Schleswig-Holstein. Allerdings gilt: Kein Alkohol auf dem Veranstaltungsgelände, Abstand und Maskenpflicht in den Fahrgeschäften. Zum Auftaktwochenende durften sich zudem nur 500 Menschen gleichzeitig auf der Exe aufhalten, die mehr als fünf Mal so groß ist wie ein Fußballfeld. "Unter normalen Umständen kommen etwa 12.000 Besucher täglich", so Stadtsprecher Reimer.

Kein Abstand in der Warteschlange

Einbahnstraßenschilder regeln den Besucherstrom auf dem Jahrmarkt in Flensburg auf die Exe. © NDR Foto: Simone Steinhardt
Einbahnstraßenschilder sollen den Besucherstrom auf der Exe in Flensburg regeln.

Von den strengen Regeln hatten sich die Besucher aber nicht abhalten lassen - was an den beiden Eingängen bisweilen zu Problemen führte. "Die Abstände wurden nicht mehr eingehalten", sagt Christian Reimer. Die Stadt Flensburg habe daraufhin reagiert und unter anderem Hinweise am Boden angebracht, die auf den Abstand hinweisen. "Außerdem macht der Sicherheitsdienst jetzt vermehrt darauf aufmerksam", so Reimer.

Positives Fazit nach dem ersten Wochenende

Insgesamt zog die Stadt Flensburg ein positives Fazit des ersten Jahrmarkwochenendes - so positiv, dass die Stadt schon Anfang der Woche einen Antrag beim Gesundheitsamt darauf stellte, ab sofort 1.500 Menschen zeitgleich auf das Jahrmarktgelände zu lassen. "Das war unabhängig von den Plänen der Landesregierung - demnach wäre das ja spätestens am Wochenende ohnehin möglich gewesen", sagt Christian Reimer. Der Antrag wurde genehmigt - seit Mittwoch nun dürfen dreimal so viele Menschen auf den Platz wie vorher. Reimer hofft auch, dass sich dadurch an den Eingängen nicht mehr so lange Schlangen bilden.

Schaustellerverband: "Dreimal so viele Besucher ist super"

Frank Dörksen vor seiner Zuckerbude. © NDR Foto: Simone Steinhardt
1.500 Besucher zeitgleich auf der Exe erlaubt - das freut Frank Dörksen vom Landesverband der Schausteller.

Doch mehr Besucher - das freut insbesondere die rund 75 Schausteller, die ihre Geschäfte auf dem Jahrmarkt aufgebaut haben. "Wir wären wirtschaftlich auch mit 500 Besuchern zurechtgekommen, aber das ist schon das absolute Mininum. Dass jetzt dreimal so viele auf den Platz dürfen ist super", freut sich der 1. Vorsitzende des Landesverbands der Schausteller, Frank Dörksen.

Seit März seien er und seine Kollegen quasi im Winterschlaf gewesen: "Jetzt ist die Stimmung richtig gut, wir haben alle viel Freude daran, endlich wieder auf dem Jahrmarkt zu sein", so Dörksen. Er und seine Kollegen sehen allerdings das Gesamtpaket: "Wir waren am ersten Septemberwochenende schon in Schleswig auf dem Peermarkt. Nach Flensburg geht es für uns auf den Jahrmarkt nach Kiel", sagt Dörksen. Für die Stadt Flensburg indes ist der Jahrmarkt laut Sprecher Reimer allerdings ein Nullsummenspiel.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 17.09.2020 | 07:00 Uhr

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