Stand: 04.05.2020 19:01 Uhr

Schäfer in der Krise: Albrecht stellt Hilfe in Aussicht

Die Schäfer im Land haben es aktuell nicht leicht. Mit rund 2,60 Euro für ein Kilogramm Lammfleisch ist der Preis auf niedrigem Niveau. Außerdem ist die Zahl der Wolfsangriffe in den vergangenen Jahren stark angestiegen. 2019 rissen Wölfe 221 Schafe oder mussten nach einem Riss notgeschlachtet werden. Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) hat sich am Montag in Dithmarschen mit jungen Schäfern getroffen, um mit ihnen zu diskutieren. Außerdem sollten Herdenschutzmaßnahmen und das Wolfsmanagement im Dialog weiterentwickelt werden.

Wolfs-Risse in der vergangenen Woche?

Ein ausgewachsener Wolf steht auf einer Erhöhung und leckt sich die Schnauze. © NDR
Aktuell hält sich kein Wolf dauerhaft im Land auf.

Die Schäfer kritisieren das Wolfsmanagement des Landes. Um Entschädigungen zu bekommen, sollen sie ihre Herden weiträumig einzäunen. Die Wölfe würden aber trotzdem über die Zäune springen und Schafe reißen. So war es offenbar am vergangenen Sonnabend in der Nähe von Burg in Dithmarschen. Die Bilanz: Drei tote Lämmer, zwei verletzte und vier Schafe auf der Flucht.

Albrecht stellt Weidetierprämie in Aussicht

Im Stall, so ein Schäfer gegenüber dem Minister - seien die Tiere am besten geschützt. Jan Philipp Albrecht will aber an der Weidehaltung festhalten. "Schleswig-Holsteins Schafe sind nicht nur für das Grünlandmanagement und die Fleischproduktion sehr wichtig. So, wie sie die Weiten des Landes insbesondere an der Westküste prägen, gehören sie fest zu unserer Kulturlandschaft", sagte Albrecht am Randes seines Besuchs.

Der Minister stellt eine Weidetierprämie in Aussicht. Diese könne in der nächsten EU-Förderperiode ausgezahlt werden, erklärte er bei dem Treffen. Geld, das die Schäfer in den Herdenschutz investieren können, so sein Vorschlag. Wie hoch diese Prämie ausfallen könnte, dazu machte Albrecht allerdings keine Angaben.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 04.05.2020 | 17:00 Uhr

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