Stand: 10.07.2018 05:00 Uhr

UKSH in Kiel implantiert neue Stent-Generation

Für Herzinfarkt-Patienten dürften das gute Nachrichten sein: Am Kieler Standort des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) ist vor kurzem erstmals weltweit eine neue Generation von Gefäßstützen implantiert worden. Dabei handelt es sich um sogenannte Bio-Stents, die aus auflösbarem Material bestehen. Selbstauflösende Gefäßstützen gibt es schon länger. Die in Kiel eingesetzte Form von Stents mit dem Namen "Fantom Encore" besteht laut Klinikum jedoch aus Streben, die dünn sind wie ein Blatt Papier - und damit deutlich dünner als jene der Vorgänger. "Wir kommen damit an Stellen in den Herzkranzgefäßen, an die wir uns vorher nicht getraut hätten", sagte Matthias Lutz dem Schleswig-Holstein Magazin. Er hat die erste Implantation des neuen Stents als Oberarzt in der Kardiologie durchgeführt. Die Erfahrung zeige bereits, dass ein einfacherer Eingriff möglich sei, so der Arzt.

Eine Nahaufnahme eines Stents

Selbstauflösende Stents werden immer besser

Schleswig-Holstein Magazin -

Mit Stents lassen sich gefährliche Gefäßverschlüsse wieder öffnen. Am UKSH wurde nun die dritte Generation sogenannter bioresorbierbarer Gefäßstützen erfolgreich eingesetzt.

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Heilungsprozess soll beschleunigt werden

Stents werden oft nach Herzinfarkten eingesetzt, um gefährliche Gefäßverengungen zu beheben und die lebensnotwendige Durchblutung wieder herzustellen. Laut Oberarzt Lutz haben die dünnen Streben der neuartigen Gefäßstützen den Vorteil, dass der Heilungsprozess der Gefäßwand deutlich beschleunigt wird. Im Endergebnis versprechen sich die Kieler Mediziner weniger Komplikationen im Langzeitverlauf. Die Experten sind an der Weiterentwicklung der Technik beteiligt.

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Material ist menschlicher DNA sehr ähnlich

Das UKSH in Kiel verwendet Bio-Stents als Alternative zu herkömmlichen Stents aus Metall, die im Körper verbleiben, sind nach eigenen Angaben bereits seit mehreren Jahren erfolgreich. Die gefäßstützende Kraft eines Metall-Stents werde gar nicht so lange gebraucht, sagte Oberarzt Lutz. Die Bio-Stents stützten das Gefäß nur so lange, bis es sich wieder so umgebaut hat, dass es von alleine offen bleibt. Der Stent, dessen Material der DNA des Menschen sehr ähnlich ist, verschwindet nach und nach wieder. Dies kann bis zu vier Jahre dauern.

In Praxis bewährt bei unter 65-Jährigen

Die Implantation der Stents erfolgt in der Regel über die Armarterie am Handgelenk. Mithilfe eines sogenannten Ballonkatheters wird der Stent dann den Arm hoch geschoben - bis in den Brustbereich und in die Herzkranzgefäße. In der Praxis bewährt haben sich Bio-Stents vor allem bei Menschen unter 65 Jahren, die voraussichtlich noch weitere Herz-OPs brauchen. Für sie sind Stents, die sich wieder auflösen, ein Riesenvorteil, weil sie künftige OPs wie Bypässe nicht behindern.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 09.07.2018 | 19:30 Uhr

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