Stand: 27.02.2020 18:22 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Urabstimmung: UKSH-Mitarbeiter wollen unbefristet streiken

Bei der Urabstimmung über unbefristete Streiks im Uniklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) hat sich die Mehrheit der ver.di-Mitglieder für einen Arbeitskampf ausgesprochen. Laut der Gewerkschaft stimmten mehr als 97 Prozent dafür, in den Ausstand zu treten. Nach einem Beschluss der ver.di-Tarifkommission wird dem UKSH-Vorstand und der Landesregierung jetzt bis zum 6. März Zeit gegeben, zielführende Vorschläge zu unterbreiten. Wenn es bis dahin kein Ergebnis gebe, werde es vom 9. März an unbefristete Streiks geben, sagte ver.di-Verhandlungsführer Steffen Kühhirt.

Ver.di: Im Krisenfall keine Streiks

Bei einem möglichen Arbeitskampf spiele aber auch die Situation um den Corona-Virus eine Rolle: "Klar ist, dass wir im Krisenfall als einziger Maximalversorger in Schleswig-Holstein Streiks aussetzen werden. Da werden wir verantwortlich handeln, da können alle sicher sein." Die Gewerkschaft fordert einen Tarifvertrag zur Entlastung der Mitarbeiter - ganz konkret 420 zusätzliche Pflegekräfte. Das Klinikum hat bislang angeboten, 182 Mitarbeiter mehr einzustellen. Laut UKSH sind im Klinikum in Kiel und Lübeck insgesamt rund 3.300 Pflegekräfte beschäftigt.

UKSH: Es gibt keine Denkbarrieren

Das UKSH erklärte, es sei gesprächsbereit. "Bei uns sind die Türen offen, und es gibt keine Denkbarrieren", sagte Sprecher Oliver Grieve. "Wir würden uns freuen, wenn Verdi wieder zum Verhandlungstisch zurückkehren würde." Das UKSH habe aus den Medien von der Forderung nach 420 Pflegekräften erfahren. Darüber würde man gerne sprechen. "Auf UKSH-Seite tun wir alles dafür, um unsere Pflegekräfte zu entlasten, aber an erster Stelle steht der Patient. Und wenn gestreikt wird, müssen wir trotzdem an erster Stelle an unsere Patienten denken", sagte Grieve.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 27.02.2020 | 17:00 Uhr

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