Stand: 08.11.2019 16:53 Uhr

Neubau am UKSH Lübeck: Ein Blick hinter die Kliniktür

von Nane Kley

Es geht ruhig zu in dem mehr als 55.000 Quadratmeter großen Neubau des UKSH Campus Lübeck. Noch ist nicht viel von der normalen Krankenhaus-Atmosphäre zu bemerken. Der typische Geruch fehlt. Sandberge türmen sich vor der Tür. Statt Krankenwagen fährt hier noch ein Lastwagen nach dem nächsten am Eingang der Notaufnahme vor. Papierkartons stapeln sich und Schränke werden durch die Flure gerollt. Es gibt viel zu tun kurz vor der feierlichen Eröffnung. Aber am Donnerstag öffneten sich die Türen pünktlich zur Feierstunde.

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UKSH-Neubau in Lübeck öffnet die Pforten

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Vier Jahre wurde an der neuen UKSH-Zentralklinik in Lübeck gebaut, nun wurde das Krankenhaus feierlich eröffnet. Chef Jens Scholz zeigt, was es alles zu bieten hat. Video (03:23 min)

Dennoch stecken viele fleißige Helfer am Campus Lübeck noch in den Vorarbeiten für die Umzüge der einzelnen Klinikbereiche in das Zentralklinikum. Vom 21. November an werden hier die ersten Patientenbetten auf die neuen Stationen gerollt und am 25. November beginnt dann auch der Ambulanzbetrieb. "Erst wenn die letzten Patienten sicher hierhin umgezogen sind, bin ich voll und ganz zufrieden", sagt UKSH-Chef Jens Scholz beim Rundgang durch den Neubau.

Kein Krankenhaus wie jedes andere

Direkt im Eingangsbereich des siebenstöckigen Neubaus des UKSH am Campus Lübeck wird deutlich: Es handelt sich um kein gewöhnliches Krankenhaus. Ein lichtdurchfluteter Eingangsbereich mit großer Glasfront, eine kleine Ladenzeile, eine digitale Spielecke für Kinder sowie WLAN und Bluetooth-Technologie im gesamten Neubau – das erinnert an Hotellobby oder Shoppingcenter. Bei der Konzipierung wurde bewusst auf Digitalisierung und erneuerte Logistik gesetzt, um für die Krankenversorgung der kommenden Jahrzehnte gewappnet zu sein. Nach der Grundsteinlegung im September 2015 steht das Bauprojekt nun kurz vor seiner Inbetriebnahme.

Moderner UKSH-Neubau in Lübeck

Digitalisierung als Konzept

Um die Wartezeiten für Patienten zu reduzieren, stehen ab sofort Self-Check-in-Terminals zur Verfügung, über die sich die Patienten selber einchecken können. "Über das UKSH-Portal, die krankenhauseigene App, können Patienten Fragebögen schon zu Hause ausfüllen und bei ihrer Ankunft im Klinikum über die App durch das Gebäude geleitet werden", erklärt Scholz . Das Infotainment-System steht allen Patienten an ihrem Krankenbett zur Verfügung.

Tablets mit vielfältigen Funktionen

Es handelt sich um ein Unterhaltungsprogramm auf einem Tablet, über das die Patienten wahlweise Fernsehen gucken, Zeitung lesen oder Spiele spielen können. Ärzte und Pflegekräfte können dieses Tablet mit ihrer Ausweiskarte entsperren und die komplette Krankenakte aufrufen, um beispielsweise Röntgenbilder mit den Patienten zu besprechen.

Neue Logistikabläufe

Das Unit-Dose-System ist Teil der Digitalisierung zur Medikamentenzusammenstellung. Es garantiert, dass alle Arzneimittel von der Klinikapotheke patientenindividuell zusammengestellt, verpackt und direkt an die Stationen geliefert werden. Der neue Hubschrauberplatz auf dem Dach des Zentralklinikums vereinfacht den Transport der Patienten und verkürzt die Wege. Ohne viele Verlagerungen können Notfälle direkt über den Aufzugturm entweder in den Operationssaal, die Notaufnahme oder auf die Intensivstation gebracht werden. Vor allem die hochmoderne Technik in den OPs, den Behandlungsräumen und auf der Intensivstation, die Scholz beim Rundgang stolz präsentiert, hat zu den Investitionskosten von mehr als 250 Millionen Euro beigetragen.

Weitere Sanierungsarbeiten bis 2022

Neben einer ausgebauten Intensivstation gibt es eine Reihe von neuen Operationssälen und einem neuen Servicecenter zur Verpflegung der Patienten. Aber vor allem die kurzen Wege, verkürzte Wartezeiten und die unterstützende Technik, die bessere Arbeitsabläufe ermöglichen, prägen das UKSH der Zukunft am Campus Lübeck. Davon erhofft sich das Universitäsklinikum auch Kostenersparnisse. Laut UKSH-Chef Scholz sollen sich diese Einsparungen aber auf die Logistik beschränken. Das vorhandene Personal könne dadurch effizienter eingesetzt werden. Bis zum Jahr 2022 werden weitere einzelne Kliniken auf dem weitläufigen Campus nach und nach in den Neubau umziehen. Auch die alte Zentralklinik wird bis dahin noch für mehrere Millionen Euro renoviert und modernisiert.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 08.11.2019 | 17:00 Uhr

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