Beamten der Polizei und des Ordnungsamts beobachten Bürger auf einem zugefrorenen Stadtsee in Lübeck. © dpa - Bildfunk Foto: Markus Scholz

Trotz Einbruchgefahr: Tausende auf Eisflächen in SH unterwegs

Stand: 15.02.2021 06:25 Uhr

Das sonnige Winterwetter hat am Wochenende landesweit viele Menschen nach draußen gezogen. Polizei und Ordnungsämter kontrollierten, ob sich alle an die Corona-Regeln halten. Manche Eisflächen mussten geräumt werden.

Zahlreiche Menschen sind am Sonntag in Schleswig-Holstein auf zugefrorenen Seen und anderen Gewässern unterwegs gewesen. Am Eidersperrwerk kam es am Nachmittag zu einem Großeinsatz. Wie die Leitstelle West NDR Schleswig-Holstein mitteilte, waren etwa 20 Menschen auf dem Eis am Sperrwerk. Unter anderem setzte die Polizei zwei Hubschrauber ein, da Lebensgefahr bestanden habe. Das Eis war laut Polizei nicht dick genug. Die Menschen konnten aber alle eigenständig die Eisfläche verlassen.

Polizei: Eisflächen nicht sicher

Auf dem Einfelder See bei Neumünster waren laut Polizei mehr als 500 Menschen unterwegs und fuhren Schlittschuh und Schlitten. Genauso im Kreis Rendsburg-Eckernförde auf dem Wittensee. In Altenholz bei Kiel sperrte die Polizei die Zufahrten zu seinem See ab. Dort waren so viele Menschen auf dem Eis, dass die Corona-Abstände nicht mehr eingehalten werden konnten. Großen Andrang gab es laut Polizei auch am Passader See im Kreis Plön. Die Polizei war mit Einsatzkräften vor Ort und beobachtete die Lage. In anderen Teilen des Landes war die Polizei ebenfalls im Einsatz und musste laut den Lagediensten immer wieder Menschen von Eisflächen holen, die laut Polizei noch nicht sicher sind.

Travemünde mit Besucherverbot

Nach einem Notruf haben Polizei und Feuerwehr am Sonntagabend das Ufer am Schleswiger Luisenbad abgesucht. Laut Rettungsleitstelle Nord hatte ein Passant angeblich beobachtet, wie ein Spaziergänger auf dem Eis der Schlei auf dem Weg zur Möweninsel eingebrochen sei. Die Suche, an der auch ein Hubschrauber beteiligt war, verlief allerdings ohne Ergebnis und wurde nach anderthalb Stunden eingestellt.

Aus dem Kreis Pinneberg wurde gemeldet, dass Kinder auf dem Krupunder See spielten. In Ellerau im Kreis Segeberg wurden vereinzelt Kinder von der Polizei aufgefordert, das Eis von Teichen und Seen zu verlassen. In Travemünde gilt wegen der hohen Infektionszahlen ein Besucherverbot. Travemündes Kurdirektor Uwe Kirchhoff hat am Sonntag nochmal betont: Der Ordnungsdienst ist im Einsatz, kontrolliert, spricht die Auswärtigen an und schickt sie dann konsequent zurück.

Wakenitz: Eisflächen werden geräumt

Auf der Wakenitz wurden sowohl Sonnabend als auch Sonntag die Eisflächen geräumt. Polizei und Ordnungsamt waren unter anderem vor Ort. Das Eis ist nach Ansicht der Polizei auch hier nicht sicher und hält nicht. Auch hier bestehe Lebensgefahr. Vom Betreten der Eisflächen riet auch die Stadt Kiel ab. Laut Sprecherin Kerstin Graupner sind die Flächen nicht freigegeben, es besteht die Gefahr einzubrechen. Dennoch waren überall auf den Seen im Land Hunderte Menschen, um Schlittschuh zu fahren oder spazieren zu gehen. Im Kreis Plön beispielsweise waren Menschen auch auf Teilen des Großen Plöner Sees, auf dem Lankersee bei Preetz oder dem Pönitzer See unterwegs.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 15.02.2021 | 06:00 Uhr

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