Trockenheit ist Gefahr für Moor- und Waldbrände

Stand: 03.05.2021 20:06 Uhr

Normalerweise ist es ein Sommerproblem: Trockenheit mit Waldbrandgefahr. Und tatsächlich hat es in den vergangenen Wochen bereits mehrere Waldbrände gegeben.

In der vergangenen Woche ist die Feuerwehr in der Barker Heide (Kreis Segeberg) gerade noch rechtzeitig angerückt, um zu verhindern, dass sich das Feuer ausbreitet. Im hinteren Bereich des Forstes gibt es auch mehrere Wohnhäuser. "Da hätte man zu größeren Maßnahmen greifen müssen und evakuieren müssen. Das haben wir Gott sei Dank abwenden können", sagt Jens Finnern, Amtswehrführer aus Leezen. Die Feuerwehr hatte zunächst das Problem, das Feuer zu finden, was ihr aber gelungen ist. "Und dann haben wir relativ schnell festgestellt, dass wir mit zwei Einsatzfahrzeugen das Feuer nicht ausbekommen und haben Kräfte nachalarmiert."

Feuer kann unterirdisch weiterziehen

Das Jahr war bisher zu trocken. Und der Regen, der jetzt fällt, reicht nicht aus, um die Wälder im Kreis Segeberg zu bewässern. Die Feuchtigkeit bleibt in den oberen Erdschichten. "Unterhalb der Pflanze ist aber alles trocken", erklärt Jörg Nero vom Kreisfeuerwehrverband Segeberg. Das Problem: Wenn man Torf und trockene Erde sieht, meint man, das Feuer sei aus. "Es kann aber unterirdisch weiterziehen und man weiß nicht, an welcher Stelle es wieder rauskommt." Eine weitere Gefahr: "Es kann auch sein, dass es hinter den Einsatzkräften wieder rauskommt und Einsatzkräfte gegebenenfalls auch eingeschlossen werden und Fahrzeuge gefährdet werden", erklärt Jörg Nero.

Regen reicht nicht aus

Ein abgebrannter Baumstumpf ragt aus verkohltem Moorboden. © NDR
Der Regen, der jetzt fällt, reicht nicht aus, um die Wälder im Kreis Segeberg zu bewässern. Die Feuchtigkeit bleibt in den oberen Erdschichten.

Die Feuerwehr schätzt, dass rund 30 bis 40 Zentimeter Niederschlag fehlen. Außerdem war es zu kalt und das frische Gras wächst nicht schnell genug. Das alte Gras ist vom Feuer abgestorben und trocken. "Wir haben zusätzlich hier im Wald das Laub vom Herbst, was noch alles liegt. Wenn wir hier noch keinen grünen Durchwuchs haben und es alles trocken ist, weil die Niederschläge der letzten Wochen ausgeblieben sind, dann ist es natürlich die optimale Nahrung für ein Feuer."

Keine Zigaretten, kein Lagerfeuer und nicht grillen

Die Feuerwehr bittet, keine Zigaretten wegzuwerfen, kein Lagerfeuer zu machen und im Wald nicht zu grillen. Denn im Moment sei die Situation so gefährlich wie im Hochsommer und die Einsatzkräfte müssten schnell reagieren. Außerdem wäre es für die Feuerwehr hilfreich, wenn Feuer nicht anonym gemeldet werden und sich der Meldende zu erkennen gibt. Dann könnten die Einsatzkräfte direkt an den Ort geleitet werden. Auch per freigegebener GPS-Funktion des Handys könnte ein Feuer schneller gefunden werden.

Die Feuerwehrmänner hoffen auf regelmäßigen und starken Regen in den nächsten Wochen, damit die Brandgefahr in solchen Wäldern minimiert wird.

Weitere Informationen
Ein Mann in Gummistiefel hockt neben einem Stück Moor, auf dem randaliert wurde. © NDR Foto: Peter Bartelt

Vandalismus im Königsmoor - Polizei ermittelt

Nachdem im Königsmoor durch die Zerstörung von Stauanlagen der Wasserstand abgesenkt wurde, hat sich die Polizei ein Bild von den Schäden gemacht. mehr

Graskeime sprießen nach auf dem abgebrannten Boden des Henstedter Moors. © NDR

Nach Moorbrand: Neuanfang für das Ökosystem

Etwa fünf Hektar des Moores in Henstedt-Rehn sind bei einem Feuer verbrannt. Das schnelle Eingreifen der Feuerwehr konnte Schlimmeres verhindern. Jetzt beginnt sich die Natur langsam zu regenerieren. mehr

Eine große Wasserfläche im Hellbachtal. © Dr. Heinz Klöser Foto: Dr. Heinz Klöser

Moore: Die vergessenen CO2-Speicher

Moore sind einzigartige Lebensräume für die Tier- und Pflanzenwelt. Sie sind aber auch ein wesentlicher Schlüssel für den Klimaschutz. In Schleswig-Holstein gibt es jedoch nur noch wenige Moore. mehr

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 03.05.2021 | 19:30 Uhr

Nachrichten aus Schleswig-Holstein

Eine Kellnerin mit drei Tellern geht durch ein Lokal. © fotolia.com Foto: MNStudio

Schleswig-Holstein öffnet Tourismus und Gastronomie ab 17. Mai weiter

Geimpfte, Genesene und Getestete dürfen vom 17. Mai an Gaststätten auch in Innenräumen besuchen und Urlaub machen. mehr

Videos