Stand: 13.03.2018 15:37 Uhr

Tödlicher Streit: Zwölf Jahre Haft gefordert

Im Prozess um einen tödlichen Familienstreit vor dem Lübecker Landgericht hat die Staatsanwaltschaft für den Angeklagten zwölf Jahre Haft wegen Totschlags und versuchen Totschlags gefordert. Der 30-Jährige soll im Sommer vergangenen Jahres seine Mutter mit einer Geflügelschere erstochen und seine Großmutter schwer verletzt haben.

Trotz Drogenmissbrauch schuldfähig?

"Es ist unstrittig, dass der Angeklagte die Taten begangen hat. Es geht nur darum, ob er zur Tatzeit schuldfähig war oder nicht", sagte Staatsanwalt Niels-Broder Greve in seinem Plädoyer. Der drogenabhängige 30-Jährige hatte ausgesagt, dass er kurz vor der Tat ein Medikament gegen Fieber eingenommen und danach einen Joint geraucht habe.

Tödlicher Familienstreit

Der Angeklagte soll im Juli 2017 in seinem Elternhaus mit einer Geflügelschere rund 50 Mal auf seine Mutter eingestochen haben. Seine Großmutter wurde beim Versuch der Tochter zu helfen rund 20 Mal getroffen. Ihr war es noch gelungen, ihren Enkel mit einer Bratpfanne niederzuschlagen. Die Staatsanwaltschaft gehe davon aus, dass der Angeklagte in einem affektiven Erregungszustand gehandelt habe, sagte Greve. Eine durch den Drogenmissbrauch hervorgerufene Psychose zur Tatzeit hatte der psychiatrische Gutachter an einem der vorherigen Verhandlungstage bereits ausgeschlossen.

Die Großmutter hatte die Tat nur knapp überlebt. Sie leidet bis heute an den Folgen. Die Frau ist durch den Angriff auf einem Auge erblindet und musste aus dem Haus ausziehen. In seinem letzten Wort sagte der Angeklagte unter Tränen: " Ich kann die Zeit leider nicht zurückdrehen." Ein Urteil wird am 23. März erwartet.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 13.03.2018 | 18:00 Uhr

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