Stand: 17.01.2020 15:13 Uhr

Tödlicher Badeunfall: Freispruch für die Angeklagten

Das Amtsgericht Neumünster hat im Prozess um den tödlichen Badeunfall eines sechsjährigen Jungen in einem Freibad in Bad Bramstedt (Kreis Segeberg) alle Angeklagten freigesprochen. Der Vorsitzende Richter folgte damit am Freitag den Forderungen der Staatsanwaltschaft und der Verteidiger der fünf Angeklagten. Den drei Erzieherinnen und zwei Bademeistern sei im Verfahren nicht nachzuweisen gewesen, dass sie ihre Aufsichtspflicht verletzt und sich so der fahrlässigen Tötung schuldig gemacht hätten, begründete der Richter seine Entscheidung.

Eltern wollten Verurteilung der Erzieherinnen

Die Eltern traten in dem Verfahren als Nebenkläger auf. Sie verlangten vom Richter, die Erzieherinnen zu verurteilen, ohne ein konkretes Strafmaß zu nennen. Eine Einstellung des Verfahrens ohne Urteil hatten sie zuvor abgelehnt. Nach Aussagen der Eltern hat die aus dem Irak geflüchtete Familie noch nicht lange in Deutschland gelebt. Demzufolge ging der Junge erst wenige Tage in den Kindergarten, sprach noch kein Deutsch und konnte nicht schwimmen. Von dem Ausflug hätten die Eltern nichts gewusst. Der Sechsjährige hatte sich bei einem Kindergarten-Ausflug in das Schwimmbad im Sommer 2016 unbemerkt von seiner Gruppe entfernt und wurde wenig später leblos in einem Schwimmbecken entdeckt. Einen Tag später starb der Junge in einer Hamburger Klinik.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 17.01.2020 | 15:00 Uhr

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