Stand: 19.08.2019 20:52 Uhr

Todesfelder Kurven: Immer wieder tragische Unfälle

Es ist eine ruhige Gegend in Stuvenborn (Kreis Segeberg). Vögel zwitschern, dann ertönt jedoch ein lautes Geknatter. Mehrere Motorräder rasen über die Kreisstraße 109, fahren mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit durch die Todesfelder Kurven, in denen nur Tempo 60 erlaubt ist. Die Polizei weiß, dass es eine beliebte Raserstrecke für Motorräder ist. Auch der Stuvenborner Kai Tiedtke erlebt immer wieder, dass hier gerast wird. "Man hört, dass hier noch mal den Gashahn aufgerissen und noch kurz hinter der Kurve beschleunigt wird", sagt er. Seit 2014 gab es an dieser Stelle 16 Verletzte und eine Tote bei Unfällen mit Motorrad-Beteiligung. Deshalb hat die Polizei in diesen Tagen Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt und zu schnelle Fahrer rausgewunken.

Brenzlige Situationen in Stuvenborn

"Wir können damit nicht jeden Unfall verhindern, aber wir können deutlich machen, wie gefährlich die Strecke ist", sagt Andreas Barth von der Polizei Bad Segeberg. Brenzlige Situationen erlebt Anwohner Kai Tiedke, der selbst Motorradfahrer ist, immer wieder, wenn er von seinem Grundstück runterfahren will.

"Dann schaue ich nach links, alles ist frei, nach rechts und dann wieder nach links. Und kurz bevor ich losfahre, schießt plötzlich einer an mir vorbei", schildert er. Kai Tiedtke ärgert das - zum einen wegen des Lärms. Zum anderen bekommt er immer wieder mit, dass es vor seiner Haustür kracht.

Ein Holzkreuz erinnert an einen tragischen Unfall an Pfingsten 2017. Damals war ein 18 Jahre alter Fahranfänger mit einer 16 Jahre alten Beifahrerin auf dem Motorradsitz in den Gegenverkehr gefahren. Die junge Frau starb.

Mekka für Motorrad-Fahrer

Die Todesfelder Kurven zwischen Stuvenborn und Todesfelde sind für viele Biker wie zum Motorrad fahren gemacht. Sie sind schnell erreichbar und landschaftlich ansprechend. Zahl- und abwechslungsreiche Kurven, unterbrochen von langen Geraden, zudem ein guter Fahrbahnbelag. Viele Motorradfahrer nutzen die Kreisstraße 109 aber nicht nur zu einer gemütlichen Ausfahrt am Wochenende, sondern zum Rasen - und zum Teil sogar zu illegalen Rennen. Das schnelle Durchfahren führt aber immer wieder zu Unfällen und gefährlichen Situationen. Darum wurden die Kurven an vielen Stellen durch Geschwindigkeitsbeschränkungen entschärft. Zusätzlich kontrolliert die Polizei immer wieder die Geschwindigkeit.

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85 Tempoverstöße in drei Stunden

Auch am Sonntag waren wieder zehn Polizisten im Einsatz. Rund drei Stunden lang positionierten sie sich an zwei Messstellen entlang der Todesfelder Kurven. Bei regnerischem Wetter viele Zweirad-Fahrer offenbar lieber zu Hause, es gab viel weniger Verkehr als bei trockenem Wetter. Daher kontrollierten die Beamten hauptsächlich Pkw. Am Ende des Einsatzes erfassten die Beamten 85 Geschwindigkeitsüberschreitungen. Negativer Spitzenreiter: ein 43 Jahre alter Mercedes-Fahrer mit 106 km/h - bei erlaubten 60.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 19.08.2019 | 19:30 Uhr

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