Stand: 04.01.2019 12:33 Uhr

Tod an Silvester: Sprengstoff-Spürhunde im Einsatz

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In Schönberg ermittelt die Polizei nach dem mutmaßlich durch einen Schuss herbeigeführten Tod einer Frau in der Silvesternacht.

Wie kam eine 39 Jahre alte Frau in Schönberg (Kreis Plön) am Silvesterabend ums Leben? Auch Tage nach ihrem Tod tappt die Polizei noch im Dunkeln. Am Freitag ging die Spurensuche intensiv weiter. Eine Hundertschaft Beamte, Metalldetektoren und Sprengstoff-Spürhunde waren nach Angaben der Polizei im Einsatz. Am Donnerstag hatten Polizei und Staatsanwaltschaft bekannt gegeben, dass die dreifache Mutter mit ziemlicher Sicherheit durch einen Schuss ums Leben kam.

Waffe und Tatverlauf unklar

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Auch das Hamburger LKA unterstützt die Ermittler vor Ort.

Die Metallteile, die im Kopf der Frau gefunden wurden, sind nach Angaben der Ermittler Teil eines Projektils. Zunächst war vermutet worden, dass die Verletzungen durch illegale Böller verursacht wurden. "Nach der Obduktion gehen wir mit hoher Wahrscheinlichkeit davon aus, dass die Frau durch eine Schussverletzung getötet worden ist", sagte die Kieler Oberstaatsanwältin Birgit Heß.

Welche Waffe verwendet wurde, ist weiterhin nicht bekannt. Über den Tatverlauf gebe es ebenfalls bisher keine Erkenntnisse, sagte Heß. Möglich sei eine fahrlässige oder sogar eine vorsätzliche Tötung. "Wir haben keine Variante, die wir favorisieren." Auch die Person, die den Schuss abfeuerte, sei unbekannt. "Es gibt noch keine heiße Spur", sagte Heß. Seit Donnerstag werden permanent Anwohner befragt.

Frau stirbt trotz Notoperation

Nach bisherigem Stand der Ermittlungen war die Frau an Silvester kurz nach Mitternacht mit ihrem Mann und ihren drei kleinen Kindern vor die Tür gegangen, um das Feuerwerk anzuschauen. Wenige Minuten später brach sie mit einer blutenden Wunde am Kopf zusammen und war nicht mehr ansprechbar. Unter notärztlicher Versorgung brachte ein Rettungswagen die Verletzte in ein Kieler Krankenhaus. Ärzte fanden während einer Notoperation Metallsplitter im Kopf der Frau. Wenig später verstarb sie.

3D-Scanner aus Hamburg im Einsatz

Bei ihrer Arbeit werden die Beamten vom Landeskriminalamt Hamburg (LKA) mit High-Tech unterstützt. Vor Ort setzen zwei LKA-Beamte einen 3D-Scanner ein. "Dieser ermöglicht eine visuelle Darstellung des Tatorts", sagte Polizeisprecher Matthias Felsch.

Die Technik kann wie eine 360-Grad-Kamera ein virtuelles Abbild des Tatorts am Computer erstellen. Häuser, Autos, Straßenlaternen, Personen - die gesamte Umgebung können die Ermittler am PC rekonstruieren. Ähnlich wie bei einem Computerspiel lassen sich so Gegenstände am virtuellen Tatort per Mausklick verschieben und messen.

Polizei ist auf Zeugensuche

Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei suchen weiterhin Zeugen des Vorfalls. Wer Silvester zwischen Mitternacht und etwa 0.30 Uhr in Schönberg im Bereich von Goethestraße, Herderstraße und Probsteier Allee jemanden beobachtet hat, der mit Waffen hantierte, solle sich bei der Kripo melden.

Schönbergs Bürgermeister Peter Kokocinski zeigte sich betroffen. Es sei schrecklich, was passiert ist und man sei jetzt dabei, der Familie zu helfen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 04.01.2019 | 13:00 Uhr

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