Stand: 15.01.2019 12:22 Uhr

Tochter ermordet? 19-Jähriger vor Gericht

In Kiel hat am Dienstag der Prozess gegen einen 19 Jahre alten Mann begonnen: Er soll seine vier Wochen alte Tochter zunächst sexuell missbraucht und anschließend ermordet haben. Laut Staatsanwaltschaft verging sich der Mann im vergangenen April an dem Säugling in der eigenen Wohnung zunächst auf schwerste Weise. Um den Missbrauch zu verdecken, habe er seine Tochter anschließend brutal getötet, so die Anklage. Das Kind starb an einem schweren Schädel-Hirn-Trauma.

Mögliches Motiv: Frust und Wut

Nach Angaben der Ermittler war der 19-Jährige während der Tat stark betrunken und mit Drogen zugedröhnt. Als mögliches Tatmotiv nannte die Staatsanwaltschaft den Frust und die Wut über die eigene Lebenssituation. Er habe für sich keine Lebensperspektive gesehen und sei wütend gewesen, dass sich die Mutter des Kindes nach der Geburt nur um die Tochter gekümmert habe.

Urteil könnte Mitte Februar fallen

Der Mann sitzt seit dem Verbrechen in Untersuchungshaft. Zum Prozessauftakt wurde die Öffentlichkeit nach der Verlesung der Anklageschrift ausgeschlossen. Damit sollen Persönlichkeitsrechte des 19-Jährigen und der Mutter des toten Kindes geschützt werden.

Erst die Urteilsverkündung soll nach Angaben des Vorsitzenden Richters öffentlich sein. Der Prozess findet vor der Jugendstrafkammer des Landgerichts statt. Bis Anfang Februar sind insgesamt neun Verhandlungstage angesetzt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 15.01.2019 | 13:00 Uhr

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