Stand: 23.05.2020 13:31 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Tierheime wegen Corona in Not

Die Corona-Pandemie hat dafür gesorgt, dass Einrichtungen verschiedenster Branchen schließen mussten. Auch die Tierheime in Schleswig-Holstein waren davon betroffen. Seit dieser Woche haben sie wieder geöffnet. Doch auch bei ihnen hinterlässt die Corona-Krise Spuren, unter anderem weil Spenden wegfallen.

Einige Hasen sitzen in einem Käfig © NDR Foto: Christian Nagel

Tierheime durch Corona-Krise bedroht

NDR 1 Welle Nord - Nachrichten für Schleswig-Holstein -

Seit dieser Woche haben die Tierheime in Schleswig-Holstein wieder geöffnet. Doch auch an ihnen geht die Corona-Krise nicht spurlos vorbei. Vielen Einrichtungen fehlen beispielsweise Spenden.

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Für manche Tierheime könnte es eng werden

Während die größeren Tiervereine in Kiel oder Lübeck trotz weniger Spenden - wegen ihrer Größe und damit mehr Durchlauf - noch relativ gut dastünden, sei die Situation bei kleineren Vereinen wie in Nordfriesland oder Schleswig prekärer, sagt die stellvertretende Vorsitzende des Landestierschutzbundes Susanne Tolkmitt. Dem Verband gehören rund 550 Tierheime an. Die Landesregierung hat kurzfristig ein Hilfsprogramm gestartet. Die Tierheime bekommen laut Umweltministerium einen einmaligen Zuschuss von maximal 15.000 Euro gezahlt. Einige Tierheime wie das in Rendsburg erhalten zudem nach eigenen Angaben Futterspenden von Privatpersonen und sind so noch gut ausgestattet. Doch Tolkmitt befürchtet, dass es für viele zum Jahresende eng wird. Mit dem Umweltminister spricht der Tierschutzbund bereits über mögliche weitere Hilfen, die über den bisherigen Zuschuss hinausgehen.

Viele Anfragen in Tierheimen in Corona-Zeiten

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Das Tierheim in Flensburg berichtet von einer gestiegenen Nachfrage nach Hunden.

Nach übereinstimmenden Angaben von Tierheimleitern gibt es in Zeiten von Corona viele Anfragen nach Haustieren. "Bei und sind im Moment Kleintiere wie Meerschweinchen und besonders Kaninchen sehr beliebt", erzählt die Leiterin des Lübecker Tierheims, Elena Cujic. Dass Menschen wegen der Coronakrise ihre Tiere abgeben, kann sie bisher nicht erkennen. "Bei uns gibt es tatsächlich viele Anfragen nach Hunden", sagt Stefan Bargmann, der Leiter des Tierheims in Flensburg. "Seit Beginn der Corona-Krise habe ich mindestens sechs Hunde vermittelt, das sind mehr als vor der Krise", sagte er. Doch auch die Nachfrage nach Katzen sei gut. Im Kieler Tierheim Uhlenkrog gibt es nach Angaben der Leiterin Elisabeth Haase dagegen keine erhöhte Nachfrage nach Hunden. "Die Nachfrage nach Hunden, Katzen und Kleintieren ist in etwa gleich", sagt Haase.

Tiere vermitteln unter Corona-Umständen

Wegen Corona haben viele Tierheime die Tierabgabe neu organisiert. Vielerorts müssen sich Besucher vorher anmelden. In vielen Bereichen gilt außerdem Maskenpflicht. In Flensburg können sich die Interessenten zum Beispiel auf der Internetseite die Abgabetiere anschauen und dann einen Kennenlerntermin vereinbaren. "So haben wir mehr Zeit für jeden einzelnen Interessenten", sagt Bargmann. In Kiel mussten die Interessenten in der Corona-Zeit bisher einen Fragebogen zu ihrer Person und ihrer Motivation ausfüllen, jetzt ein Tier aufnehmen zu wollen. "So wollten wir vermeiden, dass Leute aus einer spontanen Laune heraus ein Tier adoptieren, das dann nach kurzer Zeit wieder bei uns landet", erläutert Haase.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 23.05.2020 | 08:00 Uhr

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