Stand: 09.03.2020 20:02 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Tierarzt untersucht Koniks - Viele Wildpferde ziehen um

Nach viel Kritik hat der Naturschutzbund (NABU) am Montag alle Wildpferde im Dithmarscher Speicherkoog untersuchen lassen. In den vergangenen Tagen waren sieben Koniks gestorben - zum Teil auch, weil sie in dem Naturschutzgebiet bei Meldorf nicht genug Futter hatten. Vor Ort trieben Fachleute und Tierärzte die verbliebenen 60 Koniks zusammen, um sich ein genaueres Bild von den Pferden zu machen.

Helfer nutzen mobile Fanganlage

Um die Wildpferde in die Fanganlage zu treiben, nutzten die Helfer die natürliche Fluchtdistanz der Tiere. Sie machten einen weiten Bogen um die Herde, um sich ihnen ganz langsam von hinten zu nähern. Andere Helfer traten bei Bedarf aus Verstecken hinter Heuballen hervor, so dass den Pferden nur ein einziger Weg offen blieb: hinein in das Gatter der mobilen Fanganlage. "Man weiß nie genau, wie sie reagieren", meinte ein Helfer. Doch alles lief wie geplant, die Tore schlossen sich hinter dem letzten Tier.

Unterernährte Pferde: Konik-Herde begutachtet

Schleswig-Holstein Magazin -

Ein Teil der vernachlässigten Konik-Wildpferde hat das Gelände im Speicherkoog verlassen. Die Pferde sind an Halter verteilt worden, die sich um die Tiere kümmern.

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Familie übernimmt 18 Tiere

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Die Koniks grasen seit 15 Jahren im Speicherkoog. Aktuell gibt es ein Fohlen in der Herde.

Schwächere Tiere wurden auf Anhänger verladen. Sie sollen jetzt an verschiedenen Orten im Land aufgepäppelt werden. Eine Familie aus der Nähe hat sich bereit erklärt, 18 Tiere zu übernehmen. Sie kümmert sich auch um ein Fohlen, das nach der Geburt am Wochenende stark geschwächt von der Weide geholt wurde. Vorerst bleiben nur elf Koniks im Speicherkoog.

Uneinigkeit über Aufbau der Fanganlage

Die gesamte Herde gehört dem Naturschutzbund. Dieser hat nach eigenen Angaben die Aufgaben rund um ihre Betreuung seit 2005 an professionelle Tierhalter delegiert. Der NABU bedauert den Zustand der Tiere, sieht sich aber nicht dafür verantwortlich. Landesgeschäftsführer Ingo Ludwichowski sagte, die Probleme hätten vermutlich verhindert werden können, wenn die Herde im vergangenen Herbst verkleinert worden wäre. Der Aufbau der nötigen Fanganlage sei vom zuständigen Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) aber verhindert worden. Die Behörde weist das zurück. Ein Sprecher des LLUR sagte, der NABU habe die Anlage beschaffen wollen - und hätte sie auch aufbauen dürfen.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 09.03.2020 | 19:00 Uhr

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