Stand: 04.06.2019 21:01 Uhr

Tennet will Verlauf der Ostküstenleitung überarbeiten

Die sogenannte Ostküstenleitung soll später fertig werden als geplant. Das hat Netzbetreiber Tennet am Dienstag mitgeteilt. Teile der Starkstromtrasse, die den in Schleswig-Holsteins Solar- und Windkraftanlagen produzierten Strom transportieren soll, werden demnach in etwa sechs Jahren fertig sein - also drei Jahre später als ursprünglich geplant. Auch der genaue Trassenverlauf, über den seit Jahren gestritten wird, könnte sich noch einmal ändern. Nach eigenen Angaben will Tennet durch die Änderungen mögliche Klagen abwenden. Kritiker des bisherigen Trassenverlaufs werten die Pläne als Erfolg ihres Protests.

Proteste vor allem in Henstedt-Ulzburg

Die neuen Pläne könnten bedeuten, dass der Trassenverlauf noch einmal geändert wird. Konkret geht es um den Abschnitt zwischen Quickborn (Kreis Pinneberg), Henstedt-Ulzburg (Kreis Segeberg) und Stockelsdorf (Kreis Ostholstein) bei Lübeck. Besonders in Henstedt-Ulzburg gibt es seit Jahren Proteste. Die Sorge: die Starkstromleitung könnte am Ende mitten durch Wohngebiete verlaufen. Die Gemeinde wertet den Plan von Netzbetreiber Tennet, die Route nun noch einmal umfassend überarbeiten zu wollen, als einen Erfolg. Tennet sagte NDR Schleswig-Holstein hingegen, dass man lediglich alles unternehmen wolle, um Klagen zu verhindern. Der Betreiber verweist unter anderem auf ein Gerichtsurteil, das vorschreibt, dass vor allem Leitungen in der Nähe von Wohnsiedlungen genau geprüft werden müssen.

Alle Abschnitte sollen 2027 in Betrieb sein

Das Unternehmen geht davon aus, dass die Unterlagen bis Ende des Jahres erneuert werden können. In dem neuen Papier soll auch nachvollziehbar sein, warum sich Tennet für einen bestimmten Trassenverlauf entschieden hat. Im Jahr 2025 - so der Plan - soll dann der erste Trassenabschnitt "Kreis Segeberg - Lübeck" fertig sein. Die weiteren Abschnitte werden voraussichtlich 2026 (Lübeck - Siems) und 2027 (Lübeck - Göhl) in Betrieb genommen - wenn Klagen den Prozess nicht doch noch weiter verzögern sollten.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 04.06.2019 | 17:00 Uhr

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