Technik für Bauern: "Plantobelly" sorgt für ideale Bewässerung

Stand: 07.06.2021 05:00 Uhr

Sensoren alarmieren Bauern automatisch, wenn der Boden zu trocken wird. Möglich macht das ein Stockelsdorfer Start-up. Voraussetzung: ein brauchbares Mobilfunknetz.

Zu nass oder zu trocken: Bauern in Schleswig-Holstein macht das Wetter oftmals zu schaffen. Das Start-up-Unternehmen von Christian Hahn und Bastian Klemke aus Stockelsdorf (Kreis Ostholstein) kann Abhilfe schaffen. Es hat eine Technik entwickelt, die die Feuchtigkeit im Boden misst: den sogenannten Plantobelly. Dank dessen Daten kann genau gesagt werden, ob gegossen werden muss oder nicht. Ursprünglich war diese Technik vor allem für Bäume in Städten gedacht, die durch Bodenversiegelung und Hitze im Sommer besonders stark unter Trockenheit leiden. Als erster Großkunde der Stockelsdorfer Jungunternehmer hat sich schon eine Obstplantage unweit von Fehmarn gemeldet.

Obstbauer muss nicht mehr aufs Feld fahren

Johannes Domke vom Obsthof Lafrenz aus Altgalendorf (Kreis Ostholstein) möchte ab sofort seine Bäume ideal bewässern: "Sonst sind wir immer aufs Feld gefahren und haben geguckt, wie feucht die Erde ist. Das ist eine subjektive Wahrnehmung. Mit dem Plantobelly haben wir jetzt handfeste Daten und prozentuale Werte, an denen wir sehen können, wie der Boden aussieht."

Sensor misst zweimal täglich die Feuchtigkeit

Techniker Christian Hahn erklärt, wie der Plantobelly funktioniert: "Da ist eine Batterie, die hält zehn Jahre lang, dazu kommen eine Drahtantenne und eine Mess-Schleife." Diese Mess-Schleife funktioniert ähnlich wie ein Handydisplay, das auf Berührungen reagiert. Der Plantobelly misst dabei aber zweimal am Tag die Feuchtigkeit im Boden. Seine Daten werden drahtlos versendet und können vom Obstbauern per Internet abgerufen werden.

Haken für viele Bauern: das Mobilfunknetz

Somit wäre Plantobelly eigentlich auch für die komplette Landwirtschaft ideal. Allerdings ist das Funknetz ja gerade in ländlichen Bereichen vielerorts nicht genügend ausgebaut. Auf dem Obsthof Lafrenz wurde extra ein lokales Funknetz eingerichtet, damit der Sensor genutzt werden kann. Auf dem 40 Hektar großen Gelände sind sechs Sensoren im Einsatz. 15 Euro Miete kostet ein Plantobelly im Service pro Monat. Für den Obsthof rechnet sich das nach eigenen Angaben schon, wenn damit monatlich nur eine Wässerung eingespart wird.

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Schleswig-Holstein Magazin | 07.06.2021 | 19:30 Uhr

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