Stand: 03.09.2020 05:00 Uhr

Tausende Jungaale für die Schlei

Ministerpräsident Daniel Günther kippt gemeinsam mit einer Frau Aale aus einem Boot in die Schlei. © dpa-Bildfunk Foto: Axel Heimken
Ministerpräsident Günther half beim traditionelle Aalaussetzen auf der Schlei.

Das "Aalutsetten in de Schlie" hat mittlerweile Tradition. Gestern sind rund 53.300 Jungaale in Maasholm (Kreis Schleswig-Flensburg) in die Schlei ausgesetzt worden. Auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther und Ex-Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (beide CDU) haben mitgeholfen. Das "Aalutsetten" gibt es seit 2010. Damit wollen Schleifischer und Angler dazu beitragen, die Population des bedrohten Wanderfisches im Ostseeraum weiter zu stärken.

Aal-Population soll gestärkt werden

Bereits im Februar waren 805.000 Glasaale - das sind Aale in einer frühen Entwicklungsstufe - mit einem Gewicht von nur rund 0,33 Gramm in der Schlei ausgesetzt worden. Bis einer der in die Schlei gesetzten kleinen Aale das Mindestmaß von aktuell 45 Zentimetern erreicht, dauert es nach Angaben der Schleifischer mindestens drei bis vier Jahre.

Fischer und Angler sehen Aufwärtstrend

In den vergangenen Jahren hat der Bestand des Europäischen Aals deutlich abgenommen. Deswegen werden verstärkt junge Aale in Gewässer gesetzt. In den letzten Jahren sehen Fischer und Angler einen leichten Aufwärtstrend: "Nach unseren Erfahrungen ist insbesondere der Aalbesatz ein sehr erfolgreiches Instrument aller europäischen Aalmanagementpläne", meint die Initiative zur Förderung des Europäischen Aals.

Kritik vom Nabu

Der Naturschutzbund Nabu hingegen sieht die Gefahr, dass kranke Tiere in die Schlei eingesetzt werden könnten. Außerdem würden Erfolgsnachweise fehlen. Ein Aalbesatz sei zumindest in der gegenwärtigen Bestandssituation nur dann sinnvoll, wenn er der Stützung des Gesamtbestandes diene, nicht zur Aufrechterhaltung der Fischerei.

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Schleswig-Holstein Magazin | 02.09.2020 | 19:30 Uhr

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