Stand: 02.01.2019 13:05 Uhr

Sturmtief "Zeetje" brachte Hochwasser

Gleich zu Jahresbeginn wurde es windig im Norden: Das erste Sturmtief des Jahres sorgte in Schleswig Holstein für überflutete Keller und Promenaden. Tief "Zeetje" brachte an der Ostsee Wasserstände von bis zu 1,70 Meter über dem mittleren Wasserstand. Seit Dienstagnachmittag hatte der Wintersturm für mindestens 100 Einsätze der Rettungskräfte gesorgt. Für die Ostseeküste gab es am Mittwoch eine amtliche Sturmflutwarnung.

Überflutungen an der Ostsee

Hochwasser in Lübeck, Kiel und Flensburg

Bereits am Vormittag war in Lübeck an der Obertrave das Wasser über die Ufer getreten, die Untertrave zog am Mittag nach und auch in Travemünde war "Land unter". Die Feuerwehr hatte gut zu tun, zwischenzeitlich unterstützte das THW mit Sandsäcken beim Schutz von Kellern und Geschäften. Auf dem Priwall saßen etwa 550 Hotel- und Tagesgäste fest. Laut Feuerwehr fährt die Fähre inzwischen wieder regulär und alle können nach und nach runter von der Halbinsel.

Auch am Flensburger Hafen sorgte Sturmtief "Zeetje" für steigende Wasserstände. Auf der Westseite des Hafens stieg das Wasser über die Kaimauer und flutete die Promenade. Die Straße "Schiffbrücke" in der Innenstadt wurde komplett überschwemmt. Die Geschäfte dort wurden geschlossen, Autos standen bis zu den Scheinwerfern im Wasser. An der Kieler Förde schwappte das Wasser in Mönkeberg über Stege und den Fördewanderweg, die überschwemmte Kiellinie wurde gesperrt. Seit dem Abend sinken die Pegelstände in Kiel aber wieder.

Keine Verletzten, Pegelstände sinken wieder

In Flensburg, Schleswig und Kappeln sinken die Pegelstände inzwischen ebenfalls. Nach Angaben der Leitstelle gab es keine Verletzten und auch die Hausbesitzer an der Flensburger Hafenspitze reagierten rechtzeitig und schlossen die Schotten, ehe das Wasser kam. In Kiel trat das Wasser über die Kaimauer - einige Straßen wurden überflutet - verletzt wurde aber auch hier niemand.

Einsätze für Polizei und Feuerwehr

Vom Nord-West-Wind am Dienstag waren vor allem der Norden und die Mitte des Landes betroffen, wie die Polizei mitteilte. Es blieb jedoch größtenteils bei Sachschäden. In der Kieler Innenstadt musste am Dienstagabend ein Weihnachtsbaum abgenommen werden, weil die Tanne umzustürzen drohte. In Glücksburg (Kreis Schleswig-Flensburg) musste ein Kite-Surfer aus dem Wasser gerettet werden. Am Mittwochmorgen sicherte die Flensburger Feuerwehr ein Segelboot. Vielerorts fielen dicke Äste auf die Straßen, Bauzäune und Verkehrsschilder flogen herum und Ziegel lösten sich von den Dächern. Bisher wurde niemand ernsthaft verletzt.

Weitere Informationen
NDR Info

Tief "Zeetje" stürmt über den Norden hinweg

NDR Info

Eine Sturmflut hat die Ostseeküste am Mittwoch heimgesucht. In mehreren Städten wurden die Hafenbereiche überflutet. Durch den Sturm mit Orkanböen wurden drei Menschen verletzt. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 02.01.2019 | 12:00 Uhr

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