Stand: 16.02.2020 20:59 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Sturmtief "Victoria" lässt Schleswig-Holstein kalt

Sturmtief "Victoria" hat in Schleswig-Holstein bis zum Sonntagabend keine größeren Schäden verursacht. Die Leitstellen zählten insgesamt 52 kleinere Einsätze. In Norderstedt (Kreis Segeberg) musste die Feuerwehr beispielsweise ausrücken, um ein Gerüst an einem Haus zu sichern. In Barmstedt (Kreis Pinneberg) lösten sich ein solches Baugerüst und Dachziegel an dem Neubau eines Einfamilienhauses, was ohne große Folgen blieb. Ansonsten seien viele kleine Bäume umgekippt, so die Sprecher der Leitstellen. Auf der B202 bei Selent (Kreis Plön) blieb es laut Polizei bei Blechschäden, als der Anhänger eines Autos vom Wind erfasst wurde und der Wagen gleich mit auf dem Dach landete.

Helgoland: Schaukelige Fährfahrt

An den Küsten zeigten sich Bewohner und Touristen sturmerprobt. Surfer trauten sich aufs Wasser. Reporter von NDR Schleswig-Holstein hatten auf Sylt, auf Helgoland, am Fähranleger im nordfriesischen Schlüttsiel und in Flensburg mit vielen gelassenen Menschen zu tun. "Alles im grünen Bereich auf dem Deich", sagte ein Sprecher des Hauptsielverbandes. Auf Helgoland seien die Passagiere, die am Mittag auf die Fähre in Richtung Cuxhaven gegangen waren, allerdings etwas bleich um die Nase gewesen, berichtete ein NDR Schleswig-Holstein Reporter. Zu dem Zeitpunkt war der Wind dort knapp 100 Kilometer pro Stunde schnell.

Sturmböen in der Nacht zu Montag

An der Westküste Schleswig-Holsteins schwächten sich die bis dato auftretenden Sturmböen (bis zu 100 Kilometer pro Stunde) am Sonntagachmittag bereits wieder ab - in der Nacht zu Montag soll "Victoria" laut Meteorologen allerdings noch mal nachlegen. Im nicht so stark betroffenen Binnenland wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 85 Kilometern pro Stunde gemessen. Auch die Pegelstände im Binnenland sind zunächst gesunken. Nach Angaben des Bürgermeisters von Kellinghusen (Kreis Steinburg) sank der Pegel der Stör am Sonntag um 20 Zentimeter. Der Fluss war in Folge des Sturmtiefs "Sabine" über die Ufer getreten, ähnlich wie die Bramau.

Sturmflutwarnung für Nordseeküste

Laut Meteorologen soll "Victoria" insgesamt schwächer ausfallen als der Sturm am vergangenen Wochenende. Dennoch könne es sein, dass der Sturm in der Nacht und am frühen Montagmorgen noch einmal aufdreht, sagen die Experten.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) gab eine Sturmflutwarnung für die Nordseeküste heraus. An der nordfriesischen Küste könne das Morgen- beziehungsweise Vormittag-Hochwasser am Montag bis zu zwei Meter höher ausfallen als das mittlere Hochwasser.

Auswirkungen auf Fähren und Züge

Ein umgekippter Baum sorgte am Sonntagabend für Verspätungen und Ausfälle auf der Bahnstrecke Lübeck - Kiel. Zwischen Pansdorf und Bad Schwartau war laut DB Regio ein Baum auf die Gleise gefallen. Die Autozüge nach Sylt nahmen am Sonntag keine Fahrzeuge mit hohen Aufbauten mit. Der Fährverkehr zwischen Schlüttsiel und den Halligen fiel aus. Das wird auch am Montag der Fall sein. Für Dagebüll, wo die Fähren Richtung Föhr und Amrum ablegen, kündigte die Wyker Dampfschiffs-Reederei einige Verschiebungen für den Montagmorgen an. Zwischen Helgoland und Cuxhaven fährt die MS "Helgoland" am Montag nicht.

Wälder sollten nicht betreten werden

Die Landesforsten im Binnenland warnen weiter davor, die Wälder zu betreten. Sturm "Sabine" hat Bäume beschädigt, viele konnten wegen der Witterung noch nicht aus den Forsten geholt werden. Sie drohen zu fallen.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 16.02.2020 | 18:20 Uhr

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