Stand: 28.08.2020 08:28 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Streit unter Nachbarn: Hahn Chucky kräht 370 Mal am Tag

Liv Kummerfeld mit dem Hahn  Chucky auf dem Arm. © NDR Foto: Hauke Bülow
Liv Kummerfeld aus Lübeck hat ihren kleinen Schreihals Chucky richtig lieb.

Chucky scheint so ein richtiger Schreihals zu sein. Der Lübecker Hahn sorgt derzeit für mächtig Gesprächsstoff und auch für Ärger. Nachbarin Kirsten Naumann ist richtig genervt: "Er schreit und schreit und schreit. Ich habe ein Lärmprotokoll geführt. Man kann sagen: zwischen 180 und 370 Mal am Tag." Besonders am Wochenende ist Chucky scheinbar ganz groß in Form. "Geht gar nicht. Ich spreche da auch im Namen vieler Nachbarn." Lediglich zwei Anwohner können dem Hahnengeschrei etwas abgewinnen und empfinden wohl so etwas wie Bauernhof-Idylle.

Im Ernstfall erstmal zur Schiedsperson

Immerhin reden die Nachbarn mit der Familie, bei der der Hahn lebt. Die Kinder wären traurig, wenn Chucky weg müsste: "Er passt ja auch auf unsere Hennen auf, und dann müssten wir ja auch alle Hühner weggeben", sagt die kleine Tochter Liv Kummerfeld. Was nun? Tatsächlich wäre es ziemlich aufwendig, sich vor Gericht über solch einen Fall zu streiten. Zunächst müsse eine Schiedsperson eingeschaltet werden, erläutert die Schiedsfrau aus Kiel, Birgit Kloppenburg. "Beim Schiedsamt sitzt man an einem Tisch und dann kann man sich einigen - oft funktioniert das auch." Die Erfolgsquote liege bei 66 bis 80 Prozent der Fälle. "Für das nachbarschaftliche Verhältnis ist es auch besser." Ein tatsächlicher Gang vor Gericht zerrüttet laut Birgit Kloppenburg meist komplett das Miteinander.

Hält sich ein Hahn an Schreizeiten?

Rechtlich gesehen ist das Hahnengeschrei offenbar gar nicht so einfach einzuordnen. Was ist erlaubt und wann wird der Lärm zur Unerträglichkeit? Es gibt einige Urteile dazu, aber es handelt sich immer um Einzelfall-Entscheidungen. NDR 1 Welle Nord Reporter Jörn Schaar hat folgendes recherchiert: Generell scheint es so zu sein, dass man in der Stadt nicht so tolerant gegenüber krähenden Hähnen sein muss wie zum Beispiel auf dem Dorf. Eine scharf definierte Grenze gibt es da aber nicht. Gängig sei, dass ein Hahn erst ab acht Uhr für die Nachbarn hörbar krähen darf und nicht mehr nach 19 Uhr. Jörn Schaar: "Ich habe auch von einer Mittagspause gelesen, aber das ist so einem Hahn gegenüber ja nur sehr schwer vermittelbar."

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Der Nachmittag | 27.08.2020 | 16:10 Uhr

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