Stand: 25.02.2020 20:25 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Streik im privaten Busgewerbe legt viele Linien lahm

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Ein flächendeckender Warnstreik im privaten Busgewerbe ist von Dienstag bis Freitag angesetzt.

Ein flächendeckender Warnstreik im privaten Busgewerbe in Schleswig-Holstein legt seit Dienstag viele Buslinien des Nahverkehrs im ganzen Land lahm. Der Aufruf zur Arbeitsniederlegung werde von den Beschäftigten gut befolgt, sagte ver.di-Streikführer Karl-Heinz Pliete: "Wir haben unser Ziel, den Busverkehr der privaten Busunternehmen flächendeckend massiv zu beeinträchtigen, erreicht." Der Warnstreik werde bis einschließlich Freitag ohne Unterbrechung fortgesetzt. Hintergrund sind die stockenden Tarifverhandlungen mit dem Omnibus Verband Nord (OVN), dem nach eigenen Angaben rund 90 private Busunternehmen in Schleswig-Holstein und Hamburg angehören. Nicht betroffen von dem mehrtägigen Streik ist der Teil des Busverkehrs in den kreisfreien Städten, den städtische Verkehrsbetriebe bedienen.

Wo fahren Busse und wo nicht?

Welche Auswirkungen der Streik für Fahrgäste hat, ist regional sehr unterschiedlich. Mancherorts kann es vorkommen, dass überhaupt keine Busse auf den Straßen unterwegs sind. Der Kreis Nordfriesland hat beispielsweise einheitlich festgelegt, dass bis Freitag keine Busse fahren werden. So könne sich jeder darauf einstellen und müsse nicht bangen, ob ein Bus kommt oder nicht. Auch die Schülerbeförderung für Kinder mit Behinderungen fällt aus, ebenso wie der Rufbus. Betroffen sind auch viele Stadtbuslinien. In Flensburg fallen viele Fahrten im Stadtliniennetz komplett aus.

In den Kreisen Rendsburg-Eckernförde, Ostholstein und im Stadtgebiet Kiel kann es laut dem Verkehrsunternehmen Autokraft erhebliche Probleme geben. Autokraft hat eine Auflistung zu den verschiedenen Kreisen gemacht. Auch bei der KVG gibt es Informationen zu einzelnen Linien in und um Kiel, die von Autokraft und KVG gemeinsam bedient werden.

Notfallfahrpläne für einige Kreise

Notfallfahrpläne gibt es unter anderem in den Kreisen Dithmarschen, Pinneberg, Segeberg und Schleswig-Flensburg. Das bedeutet, dass die Fahrpläne ziemlich ausgedünnt wurden. Mehr Informationen hat Nah.SH auf seiner Website aufgelistet. Im Kreis Steinburg hingegen fährt während des Streiks ein Großteil der Busse. Das hängt damit zusammen, dass dort Subunternehmer im Auftrag der Autokraft unterwegs sind.

Einen genauen Überblick, wie stark der private Busverkehr tatsächlich bisher getroffen wurde, konnte OVN-Geschäftsführer Joachim Schack mangels Zahlen nicht liefern. OVN-Unternehmen decken in vielen Kommunen und Kreisen den Schülerverkehr und den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) im Auftrag der öffentlichen Träger ab. Schack riet Eltern von Schülern und Berufstätigen, die mit dem Bus zur Schule beziehungsweise Arbeit fahren, sich bei den jeweiligen Busunternehmen direkt zu informieren, ob die Hin - und die Rückfahrt gewährleistet sei.

Ein leerer Bus. © NDR Foto: Julian Marxen

Busfahrer streiken vier Tage lang

NDR 1 Welle Nord - Nachrichten für Schleswig-Holstein -

Pendler und Schüler in Schleswig-Holstein müssen von Dienstag an umplanen. Die Gewerkschaft ver.di hat die Busfahrer der privaten Unternehmen zum viertägigen Warnstreik aufgerufen.

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Fronten im Tarifkonflikt verhärtet

Unterdessen haben sich die Fronten in dem Tarifkonflikt weiter verhärtet. Die für Freitag angesetzte nächste Runde der Tarifverhandlungen droht zu platzen. "Wir werden nur verhandeln, wenn ver.di am Freitag den Warnstreik absagt", kündigte OVN-Geschäftsführer Schack an. "Wir lassen uns nicht unter Druck setzen, während Gespräche laufen." Ver.di-Streikführer Pliete konterte: "Ich kommentiere das nicht. Wir lassen uns unsere Streikstrategie nicht vom Arbeitgeberverband vorgeben." Die Konsequenzen müsse der OVN tragen. Rund 350 Beschäftigte von Busunternehmen aus ganz Schleswig-Holstein werden nach Angaben von ver.di am Mittwoch in Kiel demonstrieren und zur Geschäftsstelle des OVN ziehen.

OVN: Haben Angebot drei Mal erhöht

Ver.di reicht das bisherige Angebot des OVN nicht aus: Der OVN bietet an, rückwirkend vom 1. Januar 2020 bis zum 1. November 2021 die Löhne um insgesamt 200 Euro in vier Schritten zu erhöhen. Die Gewerkschaft fordert eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 2 Euro pro Stunde rückwirkend zum 1. Januar. Schack betonte, der OVN habe bereits drei Mal sein Angebot erhöht. Das auf dem Tisch liegende Angebot sei bereits in einem Bereich, der nicht mehr refinanzierbar sei, da die Leistungen der Kommunen an die Busunternehmen vertraglich gedeckelt seien - meist etwa in Höhe der Inflationsrate.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 25.02.2020 | 20:00 Uhr

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