Ein Jaeger steht auf Hochsitz in Solling, Niedersachsen. © picture alliance / imageBROKER Foto: W. Rolfes

Stiftung Naturschutz und Landesjagdverband kooperieren

Stand: 04.02.2021 18:45 Uhr

Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein besitzt etwa 40.000 Hektar Land und will dort für mehr Artenvielfalt sorgen. Laut Stiftung gehört dazu auch ein Konzept für die Jagd von Wildtieren.

von Christian Nagel

Deshalb arbeitet die Stiftung Naturschutz zukünftig mit dem Landesjagdverband Schleswig-Holstein zusammen. Beide haben eine entsprechende Kooperation unterzeichnet. Immer dann, wenn die Stiftung neue Jagdbezirke ausweist, sollen die betroffenen Jagdgenossenschaften und die örtlichen Jäger früh mit in die Planungen eingebunden werden.

Stiftung Naturschutz: Bejagung ist unter bestimmten Bedingungen notwendig

"Unsere Kooperation ist lange überfällig", meint Stiftungs-Geschäftsführer Walter Hemmerling. Die Naturschutzflächen seien selbstverständlich auch Heimat großer Wildtiere wie Rehe, Rothirsche und Wildschweinen. Und unter bestimmten Bedingungen sei auch dort eine Bejagung notwendig.

Das sieht auch der Landesjagdverband (LJV) so. Laut LJV-Präsident Wolfgang Heins müssen Rotwild und Wildschweine zum Beispiel zur Vorbeugung von Seuchen gezielt gejagt werden. Außerdem sehen Regelungen der Europäischen Union vor, dass die Jägerschaft dafür sorgt, die Zahl nicht heimischer Tierarten wie zum Beispiel Waschbären und Marderhunde zu reduzieren.

Wildtiere sollen sich in Ruhezonen zurückziehen können

Gleichzeitig sollen im Rahmen der Kooperation aber auch Ruhezonen - also Zonen, in denen nicht gejagt werden darf, für die Wildtiere vereinbart werden können. "Wir haben viele Flächen, auf denen keine Jagd notwendig ist", erläutert Stiftungs-Geschäftsführer Hemmerling. "Dort sollen selten gewordene, vollkommen ungenutzte und ungestörte Rückzugsorte entstehen. Eine Wildnis für Wildtiere." Die Kooperation soll laut Stiftung Naturschutz auch dabei helfen, Interessenkonflikte zu verhindern. "Wir hoffen auch auf die Kompetenz der erfahrenen und gebietskundigen Jäger vor Ort", sagt Hemmerling. Sie sollen nach seinen Angaben dabei helfen, die Wildtierbestände im Stiftungsland gesund zu erhalten.

Einmalige Kooperation des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein

"Wir haben mit unseren Jägerinnen und Jägern das Knowhow vor Ort", ergänzt LJV-Präsident Heins. "Das wollen wir gern einbringen und wir akzeptieren die Pläne der Stiftung, den Wildtieren bestimmte Ruhezonen zu geben." Laut Heins ist die Kooperation mit der Stiftung Naturschutz bislang einmalig im Norden. "So etwas haben wir nicht mal mit den schleswig-holsteinischen Landesforsten", so Heins.

Weitere Informationen
Libelle auf einem Grashalm © NDR Foto: Detlef Meier aus Ducherow

40 Jahre Stiftung Naturschutz: Noch viel zu tun

Seltene Pflanzen und Tierarten erhalten - seit mittlerweile 40 Jahren kümmert sich darum in Schleswig-Holstein die Stiftung Naturschutz. Sie sagt dem Artensterben weiter den Kampf an. mehr

Jäger Bernd Karsten steht mit seinem ASP-Kadaversuchhund Cebulon auf einem Waldweg. © NDR Foto: Phillip Kamke

Jäger in SH bereiten sich auf die Schweinepest vor

Nach den ersten Fällen der Afrikanischen Schweinepest in Brandenburg wappnen sich Jäger in SH. Sie planen auch den Einsatz speziell geschulter Hunde, die infizierte Schweine finden können. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 04.02.2021 | 18:00 Uhr

Nachrichten aus Schleswig-Holstein

Historische Kleidungsstücke liegen in einer Vitrine im Schloss-Museum der Grafschaft Rantzau. © NDR

Kleider-Schätze im Museum in Barmstedt entdeckt

In einem alten Schrank haben jahrelang historische Textilien geschlummert. Bis jemand einfach mal reingeguckt hat. mehr

Videos