Stand: 25.06.2020 08:29 Uhr

Stege und Badeinseln werden vielerorts wieder geöffnet

Gute Nachrichten pünktlich zum Start der Sommerferien: Viele Gemeinden in Schleswig-Holstein wollen an unbewachten Badeseen nach und nach die gesperrten Stege und Badeinseln wieder freigeben. Hintergrund ist das neu beschlossene Badesicherheitsgesetz des Landes. Die Stege und Badeinseln waren vielerorts gesperrt oder abgebaut worden, weil die ehrenamtlichen Bürgermeister oder Gemeindevertreter wegen eines BGH-Urteils Angst hatten, bei Badeunfällen persönlich haften zu müssen. Dies war in Rheinland-Pfalz der Fall: Einer Familie wurde Schadenersatz zugesprochen, weil die Tochter der Familie bei einem Badeunfall schwer verletzt worden war.

Gemeindetag: Klarer rechtlicher Rahmen

Das neue Gesetz des Landes gibt nach Angaben des Gemeindetages jetzt einen klaren rechtlichen Rahmen, auch wenn eine persönliche Haftung nicht komplett ausgeschlossen werden kann. "Das Problem bleibt: Am Ende muss die Gemeinde selber prüfen, wie sie diese Verkehrssicherungspflichten erfüllt und muss auch die notwendigen Entscheidungen selbst prüfen", sagte Jörg Bülow vom Schleswig-Holsteinischen Gemeindetag. "Das kann einer Gemeinde niemand abnehmen. Aber es geht jetzt darum, diese Entscheidung zu erleichtern und klarere Kriterien aufzuzeigen. Und das wird mit dem neuen Badesicherheitsgesetz gewährleistet."

Sicherheitskonzepte sind nun notwendig

Die Gemeinden erarbeiten gerade Sicherheitskonzepte für jede Badestelle. Dabei geht es unter anderem um den Zustand der Stege. Sind sie in Ordnung? Und gibt es eine gefährliche Strömung oder könnten sich Schwimmer an den Seilen für die Badeinseln verheddern? Auch dies sind Punkte in einem Sicherheitskonzept. Die Gemeinde Erfde im Kreis Schleswig-Flensburg will zum Beispiel solch ein Konzept für ihre Badestelle an der Eider umsetzen. Auch die Nachbargemeinde Tielen sowie Gemeinden in den Kreisen Rendsburg-Eckernförde und Ostholstein sind auf dem gleichen Weg. Einige Bürgermeister sagten im Gespräch mit NDR Schleswig-Holstein, die Verunsicherung sei zwar nicht komplett weg, aber jetzt gebe es Kriterien, an denen sie festmachen könnten, ob ihre Badestelle sicher ist oder eben nicht.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Guten Morgen Schleswig-Holstein | 25.06.2020 | 07:10 Uhr

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