Viele Passanten warten vor einem geschlossenen Testzentrum © NDR Foto: Screenshot

Start von 3G in Job und ÖPNV: Sicherer, aber nicht genug?

Stand: 24.11.2021 19:21 Uhr

Seit Mittwoch gilt im Job sowie in Bus und Bahn 3G. Zutritt hat nur noch, wer geimpft, genesen oder getestet ist. Unter anderem in Lübeck wurden Pendler stichprobenartig kontrolliert. Ihre Reaktionen sind gemischt.

Am Lübecker Busbahnhof gab es keine nennenswerten Probleme aufgrund der neuen 3G-Regelung im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Impfausweise und Tests werden dort nicht vom Busfahrer überprüft, sondern stichprobenartig von Fahrkartenkontrolleuren. Viele Pendler beklagten, dass zu wenige Fahrgäste kontrolliert werden. Sie hätten sich eine Testpflicht für alle gewünscht, weil eben auch Geimpfte das Virus übertragen können. Doch andere Fahrgäste sagten, sie würden sich wegen der 3G-Einführung nun sicherer fühlen.

Neumünster: Probleme durch geschlossene Teststation

In Neumünster lief es hingegen nicht ganz so reibungslos ab. Vor der Corona-Teststation in der Johannisstraße hatte sich am Morgen eine lange Schlange gebildet. Die Station ist die einzige in Neumünster, die bereits ab 7 Uhr testet, aber am Mittwoch blieben die Türen zu. Ärger und Enttäuschung waren groß, als um 7.30 noch immer niemand öffnete. Auch in Kiel war an den Corona-Testmobilen ein größerer Andrang als zuletzt.

Dachdeckermeister: 3G-Umsetzung ist "befremdlich"

Die 3G-Regeln gelten seit Mittwoch auch im Job. Zutritt zu Büro, Werkstatt oder Baustelle erhält nur, wer gegen das Corona-Virus geimpft, getestet oder nach einer Erkrankung genesen ist. Während die Umsetzung in vielen Branchen ohne allzu großen Aufwand funktioniert, hat der Bau vielerorts ein Problem. Arbeitgeber wie Dachdeckermeister Jan Witt aus Jevenstedt (Kreis Rendsburg-Eckernförde), stellt 3G vor große Herausforderungen: "Es ist befremdlich, das eigene Personal in solche Situationen zu versetzen. Es kostet einmal die Zeit einer neutralen Person und auch die Zeit der Jungs jeden Morgen. Das stellt im Moment noch einen kleinen Widerstand dar." Glücklicherweise habe seine Firma ein gutes Gefüge, so dass man noch nicht von einer Spaltung reden könne. Witt geht aber davon aus, dass sich die benötigte Zeit und die Kosten für die Corona-Tests schon bald auf die Preise auswirken werden, die Kunden für die Arbeit seiner Mitarbeiter bezahlen müssen.

Weitere Informationen
Ein Schild vor einem Arbeitsplatz weißt Arbeitnehmer darauf hin, dass sie einen Covid-Nachweis zeigen müssen. © picture alliance / CHROMORANGE Foto: Michael Bihlmayer

3G-Regel: Kontrollen in Bus, Bahn und am Arbeitsplatz

Am Arbeitsplatz und im öffentlichen Nahverkehr gilt seit Mittwoch die 3G-Regel. Die Einhaltung wird kontrolliert. mehr

Ein Bus nach Lübeck vor dem Bahnhof in Travemünde. © imago/Lindenthaler Foto: Lindenthaler

3G in Bus und Bahn? Kontrolle scheint kaum umsetzbar

Verkehrsunternehmen in Schleswig-Holstein sehen Probleme bei möglichen 3G-Kontrollen im Nahverkehr. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 24.11.2021 | 17:00 Uhr

Nachrichten aus Schleswig-Holstein

Mitarbeiterin eines Testzentrums in der Innenstadt von Hannover hält einen Teststab für einen Schnelltest auf das Coronavirus in ihrer Hand. © dpa-Bildfunk Foto: Moritz Frankenberg

Corona-Variante Omikron: Neuer Verdachtsfall in SH

Nach Angaben des Kreises Schleswig-Flensburg ist der Corona-positiv Getestete kürzlich aus Namibia zurückgekehrt. mehr

Videos