Stand: 03.01.2018 16:24 Uhr

Stadt Kiel: Es müssen Regeln für Shisha-Bars her

Nach zwei Fällen von mutmaßlichen Kohlenmonoxid-Vergiftungen fordert die Stadt Kiel verbindliche Regelungen für Shisha-Bars. Bislang kann das Ordnungsamt nur Auflagen erteilen. Shisha-Bars seien ein relativ neues Phänomen, sagte der Sprecher der Stadt Kiel, Arne Ivers. Deshalb gebe es im Gaststättenrecht bislang keine konkreten Auflagen für die Betreiber.

Notwendige Regelungen, zum Beispiel wie viele Wasserpfeifen in einer Bar verwendet werden dürfen oder wie leistungsfähig die Belüftungsanlagen für den Gastraum sein müssen, sind laut Stadt Kiel bislang nicht gesetzlich festgelegt.

Innenministerium offen für Gespräche

Das Ordnungsamt erteile den Shisha-Bars, die den Behörden bekannt sind, entsprechende Auflagen - ein verbindliches Gesetz würde die Situation aber vereinfachen, meinte Ivers. Das Ordnungsamt der Stadt Kiel steht dazu schon in Kontakt mit dem Land. Das Innenministerium zeigte sich gesprächsbereit. Man müsse über das Thema neu nachdenken, so ein Ministeriumssprecher.

Pflicht zu Warnmeldern?

Der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Christopher Vogt, sagte, es solle schnellstmöglich geprüft werden, ob eine landesgesetzliche Regelung notwendig sei. Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Bernd Heinemann, forderte eine gesetzliche Pflicht für Kohlenmonoxid-Warnmelder in Shisha-Bars, um die Sicherheit für die Gäste zu erhöhen. Der innen- und rechtspolitische Sprecher der Landtagsfraktion der Grünen, Burkhard Peters, sprach sich für gesetzliche Vorgaben für Grenzwerte, Messgeräte und Lüftungsanlagen aus.

Erhöhte Kohlenmonoxid-Werte in Kieler Shisha-Bar

In Kiel hatte es in kurzer Zeit zwei Fälle von mutmaßlichen Kohlenmonoxid-Vergiftungen gegeben. Nach dem Zusammenbruch eines Mannes vor der Tür einer Kieler Shisha-Bar bleibt diese bis auf Weiteres geschlossen. Die Polizei hatte dort in der Nacht zu Silvester erhöhte Kohlenmonoxid-Werte gemessen. Der Mann kam in ein Krankenhaus. Unklar ist noch, warum der vorgeschriebene Kohlenmonoxid-Warner in der Bar nicht ausgelöst hatte.

Kohlenmonoxid wirkt in zu hohen Konzentrationen tödlich

Bereits Ende November hatte die Kieler Gewerbeaufsicht nach einer Großkontrolle zwei Shisha-Bars in der Stadt geschlossen, weil die Belastung mit dem farb- und geruchlosen Gas zu hoch war - darunter war damals auch die jetzt geschlossene Bar. Kohlenmonoxid wird laut Feuerwehr beim Rauchen der Wasserpfeifen freigesetzt und kann Kopfschmerzen und Schwindel verursachen. In zu hohen Konzentrationen wirkt es tödlich.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 03.01.2018 | 08:00 Uhr

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