Menschen stehen auf einer Bühne -davor steht ein Schild mit der Aufschrift "Wie groß ist dein Armutsschatten".  Foto: Janina Hader

Sozialverband startet Tour durch SH gegen Armut

Stand: 28.08.2021 14:05 Uhr

In Heide hat der Sozialverband am Sonnabend eine Tour durch sechs Städte in Schleswig-Holstein gestartet, um auf die Armutsgefährdung aufmerksam zu machen - zahlreiche Informationen in petto.

von Janina Harder

Der Sozialverband macht diese Aktion, um auf die wichtigsten Armutsfaktoren hinzuweisen. Interessierte können sich darüber informieren, woran sie erkennen, ob sie von Armut betroffen sind - denn viele Menschen wissen gar nicht, dass sie von Armut betroffen sind. Vor Ort kann man zum Beispiel sein ganz persönliches Armutsrisiko berechnen lassen. Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung hat - also weniger als 1.074 Euro monatlich. In Schleswig-Holstein ist fast jeder Sechste von Armut bedroht.

Wachsende Kluft zwischen Arm und Reich

Auf dem Südermarkt in Heide (Kreis Dithmarschen) war es am Samstagvormittag für die aktuell ungemütlichen Wetterverhältnisse gut gefüllt. Das Angebot wird gut angenommen. "Wir stellen fest, dass es eine immer größer werdende Personengruppe gibt, die wirtschaftlich und sozial erheblich benachteiligt ist", sagt Alfred Bornhalm, Landesvorsitzender des Sozialverbands. Arm trotz Arbeit - immer häufiger ist das Realität. Das belegt auch der aktuelle Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. "Das ist der Grund, weshalb wir sagen: Das kann so nicht weitergehen, da muss etwas passieren", so Bornhalm. Gerade während des Bundestagswahlkampfs wolle der Verband auf diesen Missstand aufmerksam zu machen - in der Hoffnung, dass die neue Bundesregierung an diesen Umständen etwas ändert.

Kinder stark von Armut betroffen

Der Kinderschutzbund findet die Aktion wichtig, weil Alleinerziehende und auch Familien mit vielen Kindern überdurchschnittlich stark von Armut betroffen sind. "Wenn wir den Familien den Rücken stärken, dann stärken wir auch den Kindern den Rücken", sagt Klaus Joopmann, Vorsitzender des Kinderschutzbundes, Ortsverband Heide. Auch die Corona-Pandemie habe die Situation zusätzlich verschärft. "Wir haben Fernunterricht gehabt. Wer kann das machen? Derjenige, der einen ordentlichen Rechner hat. Arme Familien haben keinen ordentlichen Rechner zu Hause", so Joopmann. Ziel seiner Organisation sei es, die Kinderrechte ins Grundgesetz zu bekommen. Dazu gehört zum Beispiel auch die Forderung des Kinderschutzbundes, dass Kinder eine eigene Grundsicherung erhalten, damit sie weniger von Armut gefährdet sind.

Alle Stationen im Überblick

  • Heide, Südermarkt, Sonnabend, 28. August, 10-12 Uhr
  • Preetz, Marktplatz, Donnerstag, 9. September, 11-13 Uhr
  • Husum, Hafenstraße, Sonnabend, 11. September, 11-13 Uhr
  • Pinneberg, Drosteiplatz, Dienstag, 14. September, 14.30-16 Uhr
  • Marne, Marktplatz, Mittwoch, 22. September, 10-12 Uhr
  • Kiel, Bahnhofsvorplatz, Freitag, 24. September, 12-14 Uhr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 28.08.2021 | 12:00 Uhr

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Soziales Engagement

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