Stand: 15.08.2020 06:00 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Sommerwetter: Mehr Einsätze für DLRG und Wasserwacht

Das anhaltende Sommerwetter im Land sorgt an Küsten und Binnenseen für viele Badegäste. Doch wo viele Besucher sind, muss auch mehr aufgepasst werden. Die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) und die Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes sind deshalb täglich im Einsatz. Sie melden im Vergleich zum Vorjahr 20 bis 30 Prozent mehr Einsätze. Bereits am Vormittag füllten sich die Strände und auch bis in den Abend hinein würden die Sonnenstunden genutzt, so die DLRG. Das sorgt für mehr Arbeit für die ehrenamtlichen Rettungsschwimmer.

Gefahren werden unterschätzt

Die Einsätze reichen dabei von Vermisstensuchen über Pflasterkleben bis zu schwerwiegenden Erste-Hilfe-Einsätzen und Lebensrettungen aus dem Wasser. Besonders die aktuelle Wetterlage an der Ostsee und in der Lübecker Bucht bringe aktuell gefährliche Windrichtungen und Strömungen mit sich, die teilweise auch schon zu Badeverboten geführt haben wie zuletzt in der Lübecker Bucht. Zu groß seien die Gefahren von Unterströmungen, so die DLRG.

In zahlreichen Einsätzen mussten sowohl Kinder als auch Erwachsene von Schwimmtieren, Schlauchbooten und SUP-Boards gerettet werden, die vom Strand auf die offene See getrieben worden waren. Auch Angehörige hätten sich in Gefahr gebracht, indem sie selbst versuchten, etwa ihre Kinder noch schwimmend zu erreichen, berichtet die DLRG.

Auch Wassersportler sollten vorsichtig sein

Gefährliche Situationen im Wasser gibt es aber nicht nur für Badegäste. Auch Wassersportler sollten bei den hohen Temperaturen nicht unvorsichtig werden. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) stellt allgemein fest, dass immer mehr Kiter, Surfer und Co. in Not geraten und ihre Hilfe brauchen. Sie hat deshalb eine eigene Präventionsseite ins Leben gerufen. Aufgeteilt nach Sportarten finden sich hier hilfreiche Tipps für die Sicherheit auf See.

Zwei DLRG-Rettungsschwimmer beobachten das Strandgeschehen in der Eckernförder Bucht © NDR Foto: Sabrina Santoro

AUDIO: DLRG: Bis zu 30 Prozent mehr Strandbesucher (1 Min)

Warnungen und Verbote beachten

Um schlimme oder gar tödliche Unfälle zu vermeiden, appellieren Wasserwacht und DLRG an alle Badegäste, die Warnungen und Verbote am Strand auch wirklich zu beachten. Einige einfache Verhaltenstipps könnten schon helfen: An Badeseen sollte beispielsweise auch nur gebadet werden, wenn diese überwacht werden. So ist im Ernstfall Hilfe gesichert. Familien sollten besonders auf kleine Kinder achten. Weil Strände und Seen derzeit so gut besucht sind, können Kinder im Getümmel schnell verloren gehen. Aufmerksamkeit ist daher geboten - auch bei kleinen Kindern am und im Wasser. Eltern sollten nicht weiter als eine Armlänge entfernt sein, empfiehlt die DLRG.

Ertrinkungszahlen schon jetzt hoch

Sorge bereiten den Rettungsschwimmern aber auch die durch Corona ausgefallenen Schwimmkurse der letzten Monate. Sie haben zur Folge, dass deutlich weniger Kinder in Deutschland das Schwimmen lernen konnten. Nach einer ersten Zwischenbilanz der DLRG liegen die Ertrinkungszahlen in Schleswig-Holstein bereits jetzt über dem Niveau des Vorjahres.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 15.08.2020 | 09:00 Uhr

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